Chipkrise: Es wird erst noch schlechter, bevor es wieder besser wird

Substrathersteller investieren in neuen Fertigungsanlagen, aber bis diese stehen, werden Engpässe 2022 eher schlimmer.

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(Bild: cherezoff / Shutterstock.com)

Von
  • Florian Müssig

Zu den vielen Puzzle-Steinen, die zur anhaltenden Chipkrise geführt haben, gehört ein Mangel an Rohstoffen. Ein Vorprodukt, das diesbezüglich eine wichtige Rolle spielt, sind Substrate: Sie sind die Basis für jedwede Platine, kommen aber auch als Träger im Packaging von Chips zum Einsatz.

Um dem Mangel Herr zu werden, investieren die fernöstlichen Substratzulieferer in Kapazitätserhöhungen. Die wiederum bescheren den zugehörigen Anlagenbauern volle Auftragsbücher bis in die zweite Jahreshälfte 2022 hinein, wie Digitimes berichtet. Bis die neuen Produktionsanlagen in Betrieb gehen, wird es aber dementsprechend noch etwas dauern. In der Zwischenzeit dürften Engpässe Branchenbeobachter zufolge eher größer werden.

Eines der obskuren Vorprodukte, dessen Mangel sich 2022 verschärfen soll, sind Substrate mit ABF (Ajinomoto Build-up Film). Bei dem in der c't-Redaktion mittlerweile liebevoll "Sushi-Folie" genannten Vorprodukt handelt es sich um eine essenzielle Isolierschicht, die in vielen PC-Prozessoren und dort vor allem bei Notebook-CPUs Verwendung findet – ohne sie kein Chip.

Insofern steht zu erwarten, dass auch 2022 das Angebot an Notebooks nicht mit der Nachfrage mithalten kann. Das dürfte vor allem die neue und damit beliebte Gerätegeneration betreffen, die Anfang Januar 2022 auf der Technikmesse CES traditionell zusammen mit neuen CPU-Generationen von AMD (Ryzen 6000) und Intel (12. Core-i-Generation) präsentiert werden wird.

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Schon 2021 hat einen Vorgeschmack darauf gegeben. Besonders Nischen-Notebooks mit individuellen Alleinstellungsmerkmalen hatten und haben es schwer. Das auf der CES 2021 enthüllte Lenovo ThinkBook Plus G2 mit E-Ink-Zweitbildschirm ist etwa erst im Spätherbst 2021 in die Läden gekommen – und zwar in genau einer (immerhin sinnvoll gewählten) Ausstattungsvariante.

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Vom ebenfalls Anfang 2021 auf der CES enthüllten Edelnotebook HP Elite Dragonfly Max hat es vor kurzem die erste Fuhre in den Handel geschafft. Die ist trotz sehr hoher Preise mittlerweile abverkauft; Nachschub erwarten manche Händler erst wieder im Februar 2022. (mue)