Chipmangel: AMD-CEO Lisa Su rechnet in einem Jahr mit Besserung

Ab dem zweiten Halbjahr 2022 soll genug Fertigungskapazität für Halbleiterbauelemente zur Verfügung stehen, um die hohe Nachfrage weitgehend zu bedienen.

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(Bild: AMD)

Von
  • Mark Mantel

Der weltweite Chipmangel wird voraussichtlich noch bis mindestens Mitte 2022 zu Lieferengpässen führen – das jedenfalls glaubt AMDs Chefin Lisa Su nach derzeitigem Kenntnisstand. Die Verfügbarkeit für das restliche Jahr 2021 bleibt demnach knapp, in der ersten Hälfte 2022 wird sie "wahrscheinlich knapp" sein. Nächstes Jahr soll es dank neuer Fertigungskapazitäten allerdings kontinuierlich bergauf gehen.

Bei Chipauftragsfertigern wie TSMC sollen ab 2022 erste größere Kapazitätserweiterungen dank Anbauten an bestehenden Halbleiterwerken zur Verfügung stehen. Bisherige Produktionsstätten sind ausgelastet, seitdem die Coronavirus-Pandemie den Bedarf unter anderem an Notebooks und Desktop-PCs schlagartig in die Höhe hat schießen lassen. Die Lieferengpässe umfassen mittlerweile auch Smartphones, die Autoproduktion und Haushaltsgeräte.

Die Fertigungskapazität stellt allerdings nicht die einzige Baustelle dar: Von Zulieferern bis zu Packaging-Dienstleistern, welche die Halbleiterbauelemente mit Trägern verheiraten, muss die komplette Halbleiterindustrie aufrüsten.

Den Einfluss von Krypto-Mining auf die schlechte Grafikkartenverfügbarkeit spielte Su auf der Code Conference erneut herunter. Von der Konferenz berichtete unter anderem The Verge. Zwar zeigten sich die Kurse beliebter Kryptowährungen in den vergangenen Monaten volatil wie eh und je, jedoch befinden sie sich weiterhin auf einem allgemein hohen Niveau. Infolge investieren Mining-Farmen fortlaufend in zusätzliche Hardware zum Schürfen von Kryptowährungen, darunter auch massenweise Grafikkarten. Die Rechenleistung im Ethereum-Netzwerk, dem beliebtesten Coin für Grafikkarten-Mining, befindet sich mit rund 720 Terahashes pro Sekunde auf einem Allzeithoch – Chinas Mining-Verbot brachte nur kurzfristige Linderung.

Analog steigen die Grafikkartenpreise in Deutschland wieder an. Kaum ein aktuelles Modell aus AMDs Radeon-Serie RX 6000 und Nvidias GeForce-Baureihe RTX 3000 ist derzeit für weniger als 600 Euro erhältlich. Die Preisempfehlungen beider Firmen überschreiten Shops seit den jeweiligen Vorstellungen erheblich.

(mma)