Chipmangel: Biden bringt die Halbleiterindustrie zusammen und erhöht Förderungen

Bessere Kommunikation zwischen Chipfertigern und Auftraggebern soll eine erste Entlastung bringen. Intel plant derweil die Produktion von Prozessoren für Autos.

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(Bild: Connect world/Shutterstock.com)

Von
  • Mark Mantel

US-Präsident Joe Biden hat wichtige Halbleiterfirmen an einem virtuellen Tisch zusammengebracht, um erste Ansätze zu finden, die den derzeitigen Chipmangel lockern könnten. Mit dabei waren Alphabet (Google), Autohersteller wie General Motors, PC- und Server-Hersteller Dell, Prozessorhersteller Intel, Speicherhersteller Micron und die beiden Auftragsfertiger Samsung sowie TSMC.

Für eine erste Entlastung will Intel für besonders hart betroffene Branchen beziehungsweise Hersteller Chips innerhalb der nächsten sechs bis neun Monate in den eigenen Produktionsstätten produzieren. Den Start sollen laut Nachrichtendienst Reuters Autohersteller mit sogenannten Automotive-Prozessoren machen, die beispielsweise Assistenz- und Infotainmentsysteme steuern.

Dabei geht es insbesondere um ältere Fertigungsprozesse, sodass die Verfügbarkeit der eigenen Prozessoren nicht verschlechtert wird. Fraglich ist allerdings, wie schnell potenzielle Partner ihre Chipdesigns auf Intel-Technik portieren können. Die Firma hat den Ruf, schwer verständliche Tools bereitzustellen.

Auftragsfertiger haben laut dem Wall Street Journal um einen tieferen Einblick in die tatsächlich benötigten Chipmengen gebeten, um unnötige Mehrfachbestellungen zu minimieren. Schon im Vorfeld sagte Mark Liu, Vorstandsvorsitzender des weltweit größten Chipauftragsfertigers TSMC, dass der derzeitige Chipmangel aufgrund panikartiger Mehrfachbestellungen so groß sei – eine vermeidbare Situation.

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Auftragnehmer wiederum fordern eine bessere Planbarkeit, wann mit Lieferungen von Halbleiterelementen von Samsung, TSMC und anderen Herstellern zu rechnen ist.

Die US-Regierung hat derweil die geplanten Fördermittel für US-amerikanische Halbleiterunternehmen von 37 Milliarden auf 50 Milliarden US-Dollar erhöht. Biden will damit die lokale Chipfertigung ausbauen und in die Entwicklung neuer Prozesstechnik investieren. Gespräche mit Samsung und TSMC für neue Produktionsstätten in den USA laufen bereits seit Monaten.

(mma)