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Chrome: Browser-Update auf Version 100 könnte Websitezugänge versperren

Das offizielle Release Chrome 100 kommt zwar erst im Laufe nächsten Jahres, aber nicht alle Websitebaukästen sind mit dreistelligen Versionsnummern kompatibel.

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Update
Von
  • Matthias Parbel

Der erst vor kurzer Zeit von sechs auf vier Wochen verkürzte Veröffentlichungszyklus des Chrome-Browsers könnte sich mit Blick auf die im Frühjahr 2022 erwartete Version 100 als problematisch erweisen, wie Google im Rahmen seines Chromium Bug Tracker eingeräumt hat. Offenbar sind verschiedene Content-Management-Systeme (CMS) und Website-Baukästen wie beispielsweise Duda nicht auf dreistellige Versionsnummern eingestellt, wenn sie die installierte Version eines anfragenden Browsers über den User-Agent-String ermitteln.

Vergleichbare Schwierigkeiten gab es bereits, als die ersten Browser von ein- auf zweistellige Versionsnummern wechselten. Google hatte sich daher schon frühzeitig auf mögliche Probleme mit den dreistelligen Versionsnummern eingestellt und im Zuge der Preview von Chrome 96 eine Möglichkeit geschaffen, diese zu testen. Webentwicklerinnen und -entwickler erhielten mit dem Canary-Release 96 die Option, einen 100er-User-Agent per Flag zu aktivieren. Dazu musste in den "chrome://flags"-Einstellungen "Force major version to 100 in User-Agent" aktiviert werden.

Chrome 100: Ergebnis des Browserversionschecks über den User-Agent-String.

Die seither erfolgten Tests und über Web Compat gesammelten Bug-Reports haben jedoch gezeigt, dass Chrome 100 mit einer offenbar nicht unerheblichen Zahl von Websites weltweit Probleme verursachen wird, da sich in vielen Fällen das Auslesen des User-Agent-String des Browsers nur auf die ersten beiden Ziffern der Versionsnummer beschränkt. Mit einiger Wahrscheinlichkeit ist dann die Folge, dass die betroffenen Websites den Zugang blockieren, wenn es Webentwicklerinnen und -entwicklern nicht gelingt, die dreistelligen Versionsnummern korrekt zu parsen, bevor Chrome 100 veröffentlicht wird.

Die Zeit dafür drängt. Auch wenn Chrome derzeit erst in Stable-Version 96 offiziell freigegeben ist, stehen die Canary-Releases, die Entwicklern als Early-Access-Build frühzeitigen Einblick und Testmöglichkeiten neuer Funktionen gewähren, kurz vor dem Wechsel auf die Versionsnummer 100. Vom Chrome-Canary-100 im Januar bis zum Stable-Release bleiben nur wenige Monate.

Google will sich um eine Lösung für das Problem bemühen. Zumindest für ältere Websites, bei denen die Wahrscheinlichkeit eines Upgrades gering ist, soll Chrome zunächst die ersten beiden Ziffern auf 99 sperren und die tatsächliche Versionsnummer in die zweite Ziffernfolge des User-Agent-String einfügen.

[Update]

Wie Vertreter von Duda inzwischen mitgeteilt haben, wurde das Problem bereits frühzeitig erkannt und Maßnahmen zur Behebung getroffen. Auch das Entwicklerteam von Chromium hat den Issue bereits als gefixt markiert.

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