Ukraine-Krieg: Cisco zieht sich vollständig aus Russland und Belarus zurück

Das Aussetzen der Geschäftsaktivitäten in Russland und Belarus ist nicht genug. Cisco verabschiedet sich ganz und nimmt Einbußen in Kauf.

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(Bild: thetahoeguy/Shutterstock.com)

Von
  • Oliver Bünte

Angesichts des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine beendet der US-Telekommunikationskonzern Cisco seine Geschäftsaktivitäten in Russland sowie Belarus komplett. Bereits Anfang März hatte Cisco seine Geschäfte in den beiden Staaten zunächst ausgesetzt. Nun soll ein kompletter Rückzug erfolgen, wie Cisco am Donnerstag mitteilte.

In der recht kurzen Mitteilung von Cisco heißt es, dass Cisco den Krieg in der Ukraine genau beobachtet habe. Man sei in der Analyse zu dem Schluss gekommen, das "Geschäft in Russland und Belarus geordnet abzuwickeln". Die betroffenen Mitarbeiter wolle man "mit Respekt" behandeln und sie im Übergang zu einer neuen Position unterstützen, heißt es von Cisco weiter.

Einen genauen Zeitplan für den Rückzug nennt Cisco nicht. Offenbar soll die Umsetzung aber schnell in Angriff genommen werden. Cisco will nun mit seinen Kunden, Partnern und Verkäufern sprechen, um die "finanziellen Angelegenheiten zu regeln". Demnach geht es vor allem darum, von Unternehmen bereits vorausgezahlte Service- und Softwareleistungen rückzuerstatten, wo es möglich ist. Cisco betont, dass man sich dabei an die geltenden Gesetze und Vorschriften halten werde.

Zu den konkreten Auswirkungen des Rückzugs wollte sich Cisco nicht äußern, wie das britische Magazin The Register berichtet. Unklar bleibe demnach, ob etwa Cloud-gehostete Produkte dann nicht mehr in Russland und Belarus funktionieren und ob auch der Fernsupport und Software-Downloads betroffen sind.

Klar dürfte dagegen sein, dass die Geschäftsaufgabe in Russland und Belarus ein ordentliches Loch in die Kasse von Cisco reißen wird. Schon das bisherige Aussetzen der Aktivitäten hatte dem Konzern im dritten Geschäftsquartal die Bilanz verhagelt und rund 200 Millionen US-Dollar, etwa 190 Millionen Euro, gekostet. In der Summe könnte das etwa pro Jahr 800 Millionen Dollar weniger für Cisco bedeuten.

Schon auf die Ergebnisse des dritten Quartals hatten die Anleger verschnupft reagiert. Und auch die jetzige Ankündigung wirkte sich auf den Aktienkurs aus. Am Freitagmorgen gab der Kurs aber nur leicht nach. Die Aktie sank von 41,12 Euro auf 40,73 Euro ab. Am Jahresanfang lag der Preis für ein Wertpapier noch bei 55,40 Euro.

(olb)