Cloud-Infrastruktur: Nomad 1.0 orchestriert Apps und Container in der Cloud

Hashicorps Werkzeug zum Orchestrieren von Microservices in Rechenclustern hat die erste Hauptversion erreicht und kann Ressourcen für Apps dynamisch skalieren.

Lesezeit: 3 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen

(Bild: cherezoff / Shutterstock.com)

Von
  • Silke Hahn

HashiCorp hat die erste Hauptversion von Nomad herausgebracht, einem Werkzeug zum Orchestrieren von Microservices in Rechenclustern als Binärpaket oder Container (die das Tool ebenfalls verwalten kann). Als Scheduler arbeitet Nomad 1.0 in enger Abstimmung mit dem Networking-Tool Consul. Die Nomad-Entwickler haben die Verzahnung mit anderen Tools des Portfolios ausgebaut: Nutzer von Consul Enterprise können nun mittels Container Networking Interface (CNI) IP-Adressen erstellen und Multi-Host-Netzwerke exponieren und direkt registrieren.

Dynamisches Skalieren und Versionieren, eine Zeitleiste für das Streaming von Events und ein Namespaces-Feature runden das Release ab. Neu hinzugekommen ist auch Unterstützung für HCL2, die aktuelle Version der HashiCorp Configuration Language. Ihre Syntax soll die Ausdrucksmöglichkeiten in den Dateien der Nomad-Jobs erweitern.

Von Nomad gibt es zwei Versionen, eine kommerzielle (Enterprise) und eine frei verfügbare (Open-Source-Software OSS) mit abgespecktem Umfang. Wichtigste Neuerung der Enterprise-Ausgabe ist wohl das dynamische Skalieren der App-Größe (Dynamic Application Sizing). Dieses Feature überwacht die Jobs, die Nomad ausführt, zeichnet ihren Ressourcenverbrauch auf und skaliert Anwendungen automatisch auf die optimale Größe für effiziente Ressourcenauslastung. Das Tool greift dabei auf die Verlaufsdaten zu, aus denen es den konkreten Größenbereich berechnet und dynamisch anpasst.

Die Namespaces (Teil der OSS-Version) erlaubt es Nutzern, Jobs und mit ihnen verknüpfte Objekte voneinander zu segmentieren, um Multi-Tenant-Cluster zu bauen. Bisher war diese Funktionalität nur in der Bezahlversion greifbar. Mit der Zeitleiste des Ereignis-Streams können Nutzer sich eine einheitliche Timeline aller gestreamten hochrangigen Events anzeigen lassen. Das soll detailliertere Einblicke in die Performance des Clusters liefern: Zustandsänderungen auf den Ebenen der Jobs, Allocation, Auswertung, Bereitstellung und Knoten sind laut Herausgeber in Echtzeit darstellbar, was bei Tracing und Fehlersuche zum Einsatz kommt.

Seit HashiCorp im Sommer bei einer virtuellen Hauskonferenz den Stand seiner Tools und Plattform vorgestellt hat, hat sich bei Nomad einiges getan. Zur Erinnerung: Seit der Beta von Nomad 0.12 lässt das Werkzeug sich über eine Nutzeroberfläche (UI) bedienen, es erlaubt automatisches Skalieren auch für Anwendungen und ermöglicht es Nutzern, den Workload in Clustern nach Auslastung der verfügbaren Server umzuverteilen (spread-based ranking). Dabei weist Nomad den am wenigsten ausgelasteten Rechnern Aufgaben zu und überwacht Cluster mit Blick darauf, dass sie stets genug Ressourcen bieten, um hoch priorisierte neue Aufgaben zusätzlich ausführen zu können. Laut HashiCorps CEO David McJannet laufen rund 10 Prozent des globalen Internetverkehrs über Nomad.

Mit der neuen Version der Konfigurationssprache von HashiCorp, HCL2, erhält das Tool eine erweiterte Syntax zur dynamischen Konfiguration, um Jobs an Firmenbedürfnisse anzupassen. Zur Laufzeit fragt Nomad 1.0 nun HashiCorp Consul lokal ab, um Aufgaben des Sidecar Proxy Envoy zu starten. Die neueste Version von Envoy ist als Standardeinstellung bereits in Nomad aktiv. Sie erlaubt dynamische Versionierung und eine engere Zusammenarbeit zwischen Nomad und Consul, heißt es in der Blogankündigung.

Last, but not least soll eine neue Benutzeroberfläche Nutzer in die Lage versetzen, ihre Rechenzentren, Nodes und Allocation-Informationen im Nomad-Cluster als Cluster-Topologie im Blick zu haben.

Vertiefende Informationen lassen sich dem Blogeintrag bei HashiCorp entnehmen.

(sih)