Cloud-PC-Dienst Shadow ist insolvent

Der Cloud-Gaming-Anbieter Shadow ist zahlungsunfähig. Was mit den Abonnenten und Server-Hardware im Wert von 30 Millionen Euro passiert, ist noch unklar.

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Cloud-PC-Anbieter Shadow droht der Verlust seiner Server-Hardware.

(Bild: Screenshot shadow.tech)

Von
  • Jan-Keno Janssen

Der französische Cloud-PC-Anbieter Shadow steckt in finanziellen Schwierigkeiten: Anfang des Monats eröffnete das Pariser Handelsgericht das Insolvenzverfahren über die Shadow-Mutterfirma Blade; über den US-Zweig des Unternehmens läuft parallel ein Insolvenzverfahren an einem Gericht in Kalifornien. Hintergrund sind Medienberichten zufolge offenbar Zahlungsschwierigkeiten und offene Forderungen eines Hardware-Lieferanten.

Server-Anbieter 2CRSI hat eigenen Angaben zufolge offene Rechnungen in Höhe von 10,8 Millionen Euro. Dazu kommt eine Finanzschuld in Höhe von 3,7 Millionen Euro. 2CRSI könne nun Server-Hardware im Verkaufswert von 30,2 Millionen Euro von Blade übernehmen und verkaufen, heißt es in einer Mitteilung von 2CRSI: "Aufgrund der Grafikkarten-Knappheit gibt es eine hohe Nachfrage nach dieser Hardware", mehrere Kunden hätten bereits Interesse geäußert.

Shadow gehört zu den Pionieren des Cloud-Gaming. Seit 2016 kann man bei der Firma schnelle Windows-PCs mit ordentlicher Grafikkarte in der Cloud mieten, die Bildausgabe kommt als Videostream auf der eigenen Hardware an. Zwar fokussiert sich Shadow auf Spiele, laut c't-Tests lassen sich Shadow-PCs auch gut für andere Aufgaben wie Videoschnitt nutzen. Anders als bei Anbietern wie Google Stadia oder GeForce Now erlaubt Shadow nicht nur den Zugriff auf einzelne Spiele, sondern Windows-Vollzugriff.

c't-Testbestellung: Die Shadow-Lieferzeiten sind absurd lang.

Von Seiten Shadows hört sich das Ganze deutlich positiver an: Ein neuer Anfang sei in Sicht, man werde bald eine wichtige strategische Entscheidung treffen, heißt es im Blog des Unternehmens. Shadow sieht sich als "Opfer des eigenen Erfolgs" und sucht nach neuen Investoren. Trotz des drohenden Hardware-Verlusts heißt es in einer FAQ zum Thema: "Der Service wird wie gewohnt fortgesetzt."

Shadow hatte in der letzten Zeit immer wieder mit Hardware-Knappheit zu kämpfen, was zu absurd langen Wartezeiten führte. Bei einer c't-Testbestellung vom 18. Februar meldete die Shadow-Website, dass man den Dienst ab dem 30. September 2021 nutzen könne.

(jkj)