Cloud-Plattform Heroku ersetzt kostenlosen Service durch Eco- und Mini-Angebote

Im November schaltet der PaaS-Anbieter die kostenlosen Einstiegsangebote ab und hat nun Alternativen für den kostengünstigen Einstieg vorgestellt.

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(Bild: Shutterstock/Milos Milosevic)

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  • Rainald Menge-Sonnentag

Die Betreiber der Platform as a Service (PaaS) Heroku hatten Ende August das Ende des kostenlosen Free-Plans für Linux-Container sowie die Datenbankservices für PostgreSQL und Redis angekündigt. Nun hat die Salesforce-Tochter kostengünstigen Ersatz für den Einstieg in die Plattform vorgestellt.

In einem Blogpost von Ende August erklärte Heroku das Abschalten der Free-Tiers damit, dass sich der PaaS-Anbieter auf unternehmenskritische Anwendungen konzentrieren wolle. Die Produkt-, Engineering und Security-Teams seien laut dem Beitrag zu sehr damit beschäftigt, Betrug und Missbrauch der kostenfreien Angebote aufzuspüren und zu stoppen. Die Betreiber hatten bereits auf der Black-Hat-Konferenz 2020 einen Vortrag zur "Jagd auf die Wölfe im Schafspelz" gehalten, zu dem die Folien auf der Konferenzplattform verfügbar sind.

Auf die Ankündigung kamen wohl zahlreiche Reaktionen, und viele wünschten sich laut Heroku ein günstiges Angebot unterhalb der Hobby-Tiers für Dyno, Redis und PostgreSQL. Darauf reagiert das Unternehmen nun mit einem neuen Eco-Angebot für die Container und einem Mini-Plan für die Datenbanken.

Dynos sind das Kernelement von Herokus PaaS: Die Heroku-Anwendungen laufen in isolierten Linux-Containern. Die Plattform kümmert sich um das Container-Management und skaliert die Container passend zu den Anforderungen. Die Dynos bringen die Laufzeitumgebung mit. Entwicklerinnen und Entwickler können ihre Anwendungen in Node.js, Ruby, Java, PHP, Python, Go, Scala oder Clojure schreiben.

Die Web Dynos nehmen Anfragen entgegen und platzieren sie in der Queue. Von dort übernehmen Worker Dynos die Verarbeitung und das Persistieren in der Datenbank.

(Bild: Heroku)

Bisher bietet Heroku zwei Tiers für den hobbymäßigen Einsatz an: Free und Hobby. Ersterer entfällt am 28. November vollständig. Als Ersatz hat Heroku den Eco-Plan angekündigt. Er kostet 5 US-Dollar monatlich für 1000 Arbeitsstunden der Dynos. Wie beim bisherigen Free-Tier schickt die Plattform die Container in den Schlafmodus, wenn 30 Minuten keine Webaktivität auftritt. Damit seien sie nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch heißt es im Blogbeitrag zum neuen Eco-Angebot.

Für die Datenbankplattform führt Heroku das Angebot Mini Postgres ein, das etwa 0,007 US-Dollar stündlich beziehungsweise 5 US-Dollar monatlich kostet und wie das bisherige Free-Angebot auf bis zu 10.000 Zeilen limitiert ist. Das neue Mini Redis kostet um die 0,004 US-Dollar stündlich beziehungsweise 3 US-Dollar im Monat und ist auf 25 MByte begrenzt.

Heroku ändert zudem sowohl für die Datenbanken als auch für die Linux-Container den Namen des Hobby-Tier, der nun Basic heißt, aber dieselben Konditionen wie bisher bietet.

Weitere Details und eine Übersicht über die Preisstaffelung findet sich im Heroku-Blog. Die neuen Angebote sollen vor dem Ende der Free-Tiers verfügbar sein, der für den 28. November angekündigt ist. Bereits am 26. Oktober beginnt Heroku damit, Accounts und den zugehörigen Speicherplatz zu löschen, die seit mehr als einem Jahr brachliegen.

(rme)