Coalition for App Fairness: Epic versammelt App-Anbieter gegen Apple

Der App Store sei ein "Gefängnis", für das Nutzer bezahlen müssen und dem Entwickler nicht entkommen können, monieren namhafte App-Entwickler.

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(Bild: IB Photography/Shutterstock.com)

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Von
  • Leo Becker

Große App-Anbieter wollen gemeinsam gegen bestimmte App-Store-Regeln vorgehen: Mehrere Unternehmen, die teils bereits mit Apple aneinandergeraten sind, haben sich in einer Non-Profit-Organisation zusammengeschlossen. Die "Coalition for App Fairness" fordert "Wahlfreiheit" und "faire Bedingungen" rund um den App-Vertrieb ein.

Zu den Mitgliedern zählen bislang neben dem Spielehersteller Epic Games unter anderem die Musik-Streaming-Dienste Spotify und Deezer, kleinere Firmen wie Basecamp, ProtonMail und Tile sowie auch die MatchGroup, der zahlreiche umsatzstarke Dating-Apps gehören, darunter Tinder. Auch zwei Interessensvertreter europäischer Medien sind beteiligt.

Die Organisation bemängelt hauptsächlich drei Dinge, dazu gehören "wettbewerbsfeindliche Regeln", die Provision von bis zu 30 Prozent auf den Verkauf digitaler Inhalte in Apps sowie eine "fehlende Wahlfreiheit für Endkunden". Die Kritik wird teils allein gegen Apple und den App Store vorgebracht, bei einzelnen Punkten aber auch gegen Google und den Play Store für Android.

Apple nutze die Kontrolle über iOS, um eigene Produkte zu bevorteilen und andere Anbieter zu beeinträchtigen, schreiben die App-Anbieter. Die Apple-Provision liege weit höher als übliche "Transaktionsgebühren" und sorge für höhere Preise in Apps. Das benachteilige insbesondere die direkten Konkurrenten von Apples eigenen Diensten. Endkunden hätten zudem keine Optionen, da es iOS-Apps nur im App Store gibt. Die App-Store-Regeln seien wie in "Gefängnis, für das Nutzer zahlen müssen und dem Entwickler nicht entkommen können".

Die Organisation fordert Rechte für App-Anbieter ein und wendet sich mit diesen besonders an Regulierungsbehörden, die bereits das App-Store-Regelwerk prüfen. Entwickler dürften nicht gezwungen werden, einen bestimmten App-Store mitsamt zugehörige Funktionen wie Bezahlschnittstellen des Herstellers nutzen zu müssen, schreiben die App-Anbieter etwa.

Entwickler sollten zudem nicht von der Plattform geworfen werden, nur weil sie ein bestimmtes Geschäftsmodell verwenden oder ein Wettbewerber des App-Store-Betreibers sind. Die Koalition fordert außerdem ein, direkt mit ihren Kunden kommunizieren zu dürfen und dass App-Store-Daten nicht dafür eingesetzt werden, dass der Plattformbetreiber konkurrierende Dienste aufsetzt. Auch ein Ende des App-Store-Zwangs in iOS steht auf der Agenda der App-Anbieter.

[Update 24.9.2020 15:50 Uhr] Apple bewirbt im Gegenzug den App Store: Auf neuen Webseiten beschreibt der iPhone-Hersteller diesen als "sicher und vertrauenswürdig" für Nutzer und als große Chance für Entwickler.

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(lbe)