CockroachDB: Neues Serverless-Angebot für gemietete Datenbanken

Die verteilte Datenbank CockroachDB bekommt ein zusätzliches Vermietmodell: Wer sich nicht um die Clusterverwaltung kümmern will, wählt die Serverless-Variante.

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Messestand von CockroachDB auf der KubeCon Europe 2022.

Von
  • Jan Mahn

Das Unternehmen Cockroach Labs hat sich ein neues Modell für gemietete CockroachDB-Datenbanken ausgedacht und aus der Beta-Phase entlassen: CockroachDB serverless. Um die Verwaltung des Clusters kann und muss man sich als Kunde keine Gedanken machen, nach der Bestellung erhält man eine SQL-Datenbank mit einer weitgehend PostgreSQL-kompatiblen Schnittstelle. Bezahlt wird nach Datenbankgröße und Requests – aber erst, wenn das kostenfreie Limit überschritten wird. 5 Gigabyte Speicherplatz und 250 Millionen Anfragen pro Monat sind kostenlos.

Das neue Angebot ergänzt das Portfolio von CockroachDB. Ausgangspunkt ist die quelloffene Variante CockroachDB Core, die unter "Business Source License" veröffentlicht und kostenlos selbst betrieben werden darf. Natürliches Umgebung für die Datenbank sind Kubernetes-Cluster. Ausgeschlossen in der Lizenz ist es lediglich, ein eigenes Vermietgeschäft mit reiner Datenbank-as-a-Service zu betreiben – nach Definition von Open-Source-Organisationen ist es damit nicht mehr Open Source. Softwareentwickler dürfen eine CockroachDB-Instanz aber durchaus zusammen mit ihrer eigenen Software zusammen vermieten. Wer Support und zusätzliche Funktionen für die selbstgehostete Variante braucht, kann eine kostenpflichtige Lizenz erwerben.

Neben dem neuen Serverless-Angebot gibt es von Cockroach Labs das Produkt "CockroachDB dedicated", das verwaltete Datenbank-Instanzen bei AWS oder in der Google Cloud enthält. Bezahlt wird pro CPU und Stunde, zusätzliche Kosten fallen pro Gigabyte und Stunde an – die genauen Kosten sind also vorab nicht immer berechenbar. Außerdem muss man sich selbst Gedanken machen, wie groß die verwalteten Maschinen zu dimensionieren sind.

Das Serverless-Angebot erspart solche Überlegungen aus und richtet sich unter anderem an Start-ups und andere schnell wachsende Kunden, die ihre genau berechnen möchten. Weil der Einstieg kostenlos und nicht einmal eine Kreditkarte erforderlich ist, ist das Serverless-Angebot auch für Entwickler und kleine Projekte reizvoll.

Zusätzlich stellte Cockroach Labs neue Integrationen vor: In Kooperation mit dem Serverless-Anbieter Vercel (ehemals Zeit Now) sollen Webanwendungen mit Datenbankanbindung eingerichtet werden – die Anbindung wird noch erprobt. In Zusammenarbeit mit HashiCorp hat Cockroach Labs an der Secrets-Verwaltung per Vault gearbeitet. Noch in der Testphase ist die Terraform-Unterstützung des neuen Serverless-Angebots.

CockroachDB verhält sich gegenüber dem SQL-Client weitgehend wie eine PostgreSQL-Datenbank, funktioniert im Inneren aber anders: Daten werden immer über mehrere Server repliziert, es gibt aber keinen vom Administrator festgelegten Master, sondern nur gleichberechtigte Server. Per Raft-Algorithmus wird die Zusammenarbeit abgewickelt, wenn Server ausfallen, antworten die anderen Clustermitglieder weiter und nehmen Lese- und Schreibaufträge an. (jam)