Comet Interceptor: ESA will ursprünglichen oder interstellaren Kometen besuchen

Ende des Jahrzehnts will die ESA eine Sonde ins All schicken, die dort auf einen besonders seltenen Kometen warten soll. Ist einer gefunden, fliegt sie weiter.

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Künstlerische Darstellung von ‘Oumuamua

(Bild: ESA/Hubble, NASA, ESO, M. Kornmesser)

Die ESA hat die Vorbereitungen für die Mission "Comet Interceptor" abgeschlossen und will nun einen Hersteller für die Kometensonde suchen. Die Sonde soll 2029 starten und zum Lagrange-Punkt L2 fliegen, teilte die ESA mit. Dort soll sie dann auf ein mögliches Forschungsziel warten und etwa einen Kometen oder ein interstellares Objekt wie ‘Oumuamua ansteuern. Die Mission soll aus einer Hauptsonde und zwei kleinen Ablegern bestehen, die das Forschungsobjekt gesondert umkreisen sollen. Dafür kooperiert die ESA mit der japanischen Weltraumbehörde JAXA.

Bei der ESA läuft der Comet Interceptor als Mission der "F-Klasse" (für "fast"/"schnell"), die etwa acht Jahre bis zum Start braucht und nicht mehr als 1000 Kilogramm wiegt. Das Projekt war 2018 vorgeschlagen worden und wurde im Juni 2019 von der ESA angenommen. Starten soll die Sonde 2029 zusammen mit der Exoplanetensonde Ariel. Die ESA ist für die Hauptsonde und eine der kleinen Begleitersonden verantwortlich, die zweite steuert die JAXA bei. Beide bauen dabei auf ihren Erfahrungen mit Kometen- und Asteroidensonden auf

Dank der Fortschritte bei bodengestützten Teleskopen könnten Kometen gegenwärtig bereits etwa ein Jahr vor ihrer größten Annäherung an die Sonne entdeckt werden, erklärt die ESA. Das ist immer noch viel zu wenig Zeit, um gegebenenfalls eine Sonde vorzubereiten, zu starten und auf einen Abfangkurs zu schicken, um ein solches Objekt zu erforschen. Deshalb soll Comet Interceptor im All warten und vergleichsweise kurzfristig auf den Weg geschickt werden.

Die Verantwortlichen hoffen darauf, dass ihr Gerät dann einen Kometen aus der geheimnisvollen Oortschen Wolke am äußersten Rand des Sonnensystems erforschen könnte. Die wurde bislang nur theoretisch beschrieben, hin und wieder finden wir aber die besonders unberührten Objekte von dort. Noch spannender wäre ein Flug zu einem interstellaren Kometen wie 2I/Borisov oder ʻOumuamua.

(mho)