Corona: Angestellte dürfen Fabriken in Shenzhen eine Woche lang nicht verlassen

Nachdem die Wirtschaftsmetropole Shenzhen an einem Tag 21 Coronafälle registriert hat, werden Fabriken abgeriegelt. Angestellte müssen auf dem Gelände bleiben.

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(Bild: Yung Chi Wai Derek/Shutterstock.com)

Im Kampf gegen einen neuen Coronaausbruch dürfen die Angestellten der 100 größten Unternehmen in der chinesischen Wirtschaftsmetropole Shenzhen ihre Arbeitsstätte für eine Woche nicht verlassen. Konzerne wie Foxconn, Huawei, ZTE und DJI seien angewiesen worden, in den sogenannten Betriebsmodus "Closed-Loop" zu wechseln, berichtet die South China Morning Post aus Hongkong.

Angestellte dürfen dabei so wenig Kontakt wie möglich zur Außenwelt haben und müssen für die Geltungszeit auf dem jeweiligen Firmengelände leben. Damit soll Covid-19 eingedämmt werden, ohne dass die Produktion komplett gestoppt werden muss. Das Vorgehen erinnert an das Frühjahr, als es in mehreren chinesischen Metropolen Lockdowns gab, um Corona einzudämmen.

Die Neuregelung wurde dem Bericht zufolge am Sonntag umgesetzt und gilt für sieben Tage. Vorausgegangen seien dem 21 neue Coronainfektionen am Sonntag, nach 19 am Samstag. Angesichts von 17 Millionen Einwohnern in der rasant wachsenden Metropole sind die Zahlen im internationalen Vergleich damit weiterhin gering, aber die Volksrepublik hält auch mehr als zwei Jahre nach Beginn der Pandemie an der Zero-Covid-Strategie fest. Laut Reuters wurde über Shenzhen bislang kein Lockdown verhängt, aber bestimmte Wohn- und andere Gebäude seien geschlossen worden. Außerdem sei in vielen Büros, Restaurants und öffentlichen Plätzen ein Nachweis für einen negativen Coronatest nötig, der weniger als 24 Stunden alt ist.

Angesichts eines Coronaausbruchs war Shenzhen erst im März abgeriegelt worden, Firmen und Produktionsstandorte hatten damals schließen müssen. Die Bevölkerung wurde mehrmals getestet, die meisten mussten zuhause bleiben. Lediglich einer Person aus jedem Haushalt war es erlaubt worden, alle paar Tage das Nötigste einzukaufen. Auch in China wächst seitdem die Kritik an dem strikten Vorgehen gegen Covid-19, das in immer stärkerem Kontrast zum Rest der Welt steht, wo die meisten Vorgaben längst weggefallen sind. Die Rückkehr zu abgeriegelten Fabriken in Shenzhen weckt jetzt Befürchtungen, dass erneut strikte Lockdowns drohen. Ein weitgehendes Herunterfahren der Wirtschaftsmetropole dürfte einmal mehr auch globale Folgen haben.

(mho)