Corona: Apple verschiebt Bürorückkehr auf unbestimmte Zeit

Die COVID-Fälle steigen auch in Kalifornien und an anderen Apple-Standorten. Die iPhone-Firma sieht daher weiterhin von ihrer strikten "Hybrid Work"-Regel ab.

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Apple Park

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Fans des Homeoffice unter den Apple-Angestellten können sich freuen: Der Konzern wird seine vielfach kritisierte strikte "Hybrid Work"-Regel zunächst nicht umsetzen. Diese fordert eigentlich, dass Mitarbeiter an festen Tagen in der Woche im Büro anwesend sein müssen. Manager genossen dadurch viel Freiheit bei der Verweigerung von Heimarbeit. Doch Apples Bemühungen, die Präsenzpflicht einzuführen, erhielt wiederholt Dämpfer.

Grund für den aktuellen Umschwung ist allerdings nicht die Erkenntnis, dass Homeoffice auch bei Apple gut funktionieren kann. Stattdessen reagiert das Unternehmen damit auf die aktuell wieder ansteigenden Corona-Zahlen auch in den Vereinigten Staaten von Amerika. Eigentlich hatte Apple im April damit begonnen, seine Mitarbeiter an die Standorte zurückzurufen. Anfangs war ein Tag vor Ort verpflichtend, danach zwei. Die vollständige Umsetzung mit drei Tagen mit Anwesenheitspflicht – nur Freitag und Mittwoch waren als Homeoffice-Tage erlaubt – wurde dann jedoch nicht mehr umgesetzt.

Apple hatte aufgrund der strikten Regel sogar wichtige Manager verloren. Teils sehr laute Mitarbeiterproteste – die sowieso ungewöhnlich für den iPhone-Hersteller sind – wurden von Apple nicht gehört. Der Konzern pocht darauf, dass nur eine Unternehmenskultur im Büro wirklich "glückliche Zufälle" ermöglicht, bei der neue Ideen entstehen. Der Austausch vor Ort gilt dem Konzern als heilig. Mitarbeiter hatten hingegen die bessere Familienfreundlichkeit des Heimbüros hervorgehoben sowie auf Menschen verwiesen, die Sozialphobien, ADHS, Autismus oder andere Störungen haben, die die Büroarbeit zur Qual machen können.

Die neue Corona-Welle aufgrund der Varianten BA.4 und BA.5 nimmt Apple nun aber das Heft des Handelns aus der Hand. Wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet, hat sich innerhalb des Konzerns nun die Ansicht durchgesetzt, dass eine "vollständige Implementierung des Rückkehr-ins-Büro-Plans" zunächst wahrscheinlich nicht unmittelbar bevorstehend sei. Es bleibt damit bei maximal zwei Büroarbeitstagen und drei Tagen im Homeoffice.

Dabei mag man sich allerdings fragen, welchen Unterschied dieser eine Tag weniger macht – auch an den zwei Büroarbeitstagen können sich die Mitarbeiter gegenseitig infizieren. Dazu hat Apple bislang keine Stellungnahme abgegeben. Bloomberg zufolge haben mittlerweile "mehr Mitarbeiter als je zuvor" ein positives Corona-Testergebnis. Dies führt jedoch nicht dazu, dass der iPhone-Konzern wieder komplett auf Heimarbeit umsteigt. Zuletzt hatte Apple auch erstmals wieder eine Vor-Ort-Veranstaltung zur WWDC auf seinem Campus durchgeführt.

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(bsc)