Corona-Beschränkungen sichtbar gemacht: ESA-Karte visualisiert NO₂-Konzentration

Stickstoffdioxid in der unteren Atmosphäre ist eine Gefahr für die Gesundheit. Nun zeigt eine ESA-Karte, wo es weltweit besonders schlimm ist oder war.

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Die Europäische Weltraumagentur hat eine Karte veröffentlicht, auf der Nutzer die weltweite Luftverschmutzung mit Stickstoffdioxid (NO2) nachverfolgen können. Die Daten stammen vom Erdbeobachtungssatelliten Sentinel-5P des Copernicus-Programms und gehen zurück bis zum Frühjahr 2018. Gemessen werden sie mit dem Spektrometer Tropomi. Im Zuge der Corona-Krise war ihnen besondere Aufmerksamkeit zuteil geworden, weil der NO2-Anteil in den untersten Atmosphärenschichten (der Troposphäre) offenbar infolge der massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens vielerorts stark gesunken waren.

Stickstoffdioxid entsteht bei der Verbrennung fossiler Energieträger, wird also von Autos, Kraftwerken und Industrieanlagen ausgestoßen. Es kann signifikante Auswirkungen auf die Gesundheit haben und etwa das Risiko von Atemwegserkrankungen erhöhen, schreibt die ESA. Gleichzeitig weisen die Forscher darauf hin, dass die NO2-Konzentration von Tag zu Tag stark variieren kann, unter anderem abhängig vom Wetter und der Sonneneinstrahlung. Deshalb müsse man die durchschnittliche Konzentration analysieren, im Fall der nun vorliegenden Karte sind das 14 Tage.

Stickstoffdioxid-Rückgang in der Corona-Krise (10 Bilder)

Auch nach Beginn der Lockerungen der Corona-Beschränkungen ist die Luft in Europa noch deutlich sauberer als in den Vorjahren.
(Bild: © ESA)

In den Grundzügen war die Karte bereits vor wenigen Tagen im Rahmen des "Rapid Action Coronavirus Earth observation tools" (Race) veröffentlicht worden, darin reichten die abrufbaren Daten aber nur bis zum Jahresbeginn zurück. Jetzt lassen sich etwa die Effekte der Corona-Beschränkungen weltweit verfolgen und teilweise mit zwei Jahre alten Daten vergleichen. Aber durch die hohe Auflösung lassen sich auch andere regionalere Entwicklungen ablesen und analysieren. Zwar waren die Daten vorher bereits verfügbar, aber der Zugriff war deutlich schwieriger.

(mho)