Corona-Warn-App: Datenabgleich auf einigen Android-Smartphones gestört

Das Exposure Notification Framework von Android macht Ärger: Die Corona-Warn-App kann auf einigen Android-Smartphones keinen Bewegungsdatenabgleich durchführen.

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(Bild: View Apart / Shutterstock.com)

Von
  • Jürgen Kuri

Der Abgleich der Bewegungsdaten bzw. der Schlüssel ist schon ein Weilchen her ...

(Bild: heise online)

Die Nutzer der Corona-Warn-App erhalten derzeit unter Umständen kein aktuelles Ergebnis der Risiko-Ermittlung. Am Mittwoch berichteten mehrere Anwender (auch in der Redakton von heise online), dass die App nicht den Risiko-Status aktualisiere oder die Begegnungsdaten nicht mehr abgleiche. Auf dem iPhone tauchte der Fehler hingegen nicht auf.

Ein Sprecher des an der Entwicklung beteiligten Softwarekonzerns SAP bestätigte auf Anfrage von dpa die Probleme: Zur Zeit sei es der Corona-Warn-App unter Android-Smartphones "in einigen Fällen" nicht möglich, einen Schlüsselabgleich durchzuführen. "Das liegt aktuell am Exposure Notification Framework unter dem Google-Smartphone-Betriebssystem. Wir haben Google über das Problem informiert und arbeiten gemeinsam unter Hochdruck an der Lösung des Problems." SAP hat zusammen mit der Deutschen Telekom die App entwickelt.

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Die Corona-Warn-App verzeichnet bislang nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums über 25 Millionen Downloads und wird von schätzungsweise 23 Millionen Menschen aktiv eingesetzt.

Zuletzt hatten sich der CDU-Politiker Friedrich Merz und andere für eine Lockerung des Datenschutz-Konzeptes der Anwendung starkgemacht, um bessere Daten für eine effektive Pandemie-Bekämpfung sammeln zu können. Dieser Vorstoß war beim Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber und beim Chaos Computer Club (CCC) auf scharfe Kritik gestoßen.

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"An keiner Stelle steht Datenschutz der Funktionsweise der App entgegen – mit mehr oder weniger Datenschutz würde sie genauso gut oder schlecht funktionieren, keinesfalls aber besser", sagte CCC-Sprecher Linus Neumann. Er hatte schon im vergangenen Jahr betont, dass Aushebelung des App-Datenschutzes Unsinn sei, es dafür aber andere sinnvolle Erweiterungen gebe, darunter eine Option zur dezentralen Cluster-Erfassung.

(jk)