Corona-Warn-App bekommt nach Ostern Check-In-Funktion

Die Corona-Warn-App bekommt eine Check-In-Funktion zur Clustererkennung. Damit sollen Gruppen anonym gewarnt werden, die an einem Event teilgenommen haben.

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Bisherige Funktionen in der Corona-Warn-App.

(Bild: RKI)

Von
  • Simon Koenigsdorff

Die offizielle Corona-Warn-App (CWA) soll in einer kommenden Version auch eine Eventregistrierung ermöglichen. Das bestätigte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums heise online. Demnach soll die Funktion "zeitnah nach Ostern zur Verfügung stehen". Zuvor hatten mehrere Medien unter Berufung auf eine Twitter-Meldung über die geplante Einführung einer Check-In-Funktion mittels QR-Codes berichtet.

Die Funktion soll es Gastgebern und Veranstaltern von Events ermöglichen, einen QR-Code für eine Zusammenkunft größerer Menschengruppen zu erzeugen. Alle Anwesenden scannen diesen mit der CWA und speichern das Treffen ausschließlich lokal in ihrer Kontakthistorie auf dem Smartphone. Wird eine Person unter den Anwesenden positiv auf das Coronavirus getestet, können alle Beteiligten schnell über die App gewarnt werden. Laut Ministerium soll die Anonymität der Nutzerinnen und Nutzer der CWA dabei weiterhin gewahrt bleiben. "Dabei werden keine persönlichen Daten ausgetauscht", versicherte die Sprecherin.

Auf der Plattform Github, auf der der Code der quelloffenen Corona-Warn-App veröffentlicht wird, befindet sich ein Entwurf zur Funktionsweise der Eventregistrierungs. Diese würde auch dann anwesende Personen alarmieren, wenn sie sich außerhalb der Reichweite der bisherigen Bluetooth-Messungen der CWA befinden. Laut dem Entwurf werden auch keine Daten an Gesundheitsämter übermittelt. Die App gleicht lediglich die lokal gespeicherten Check-Ins regelmäßig mit einem Server ab, auf dem anonymisiert die Events veröffentlicht werden, bei denen Infektionen gemeldet wurden.

Vergangene Woche war ein weiteres Konzeptpapier der CWA-Entwickler SAP und Telekom bekannt geworden, das eine über die anonyme Clustererkennung hinausgehende Anbindung an die Gesundheitsämter zur Kontaktverfolgung vorsieht. Damit stünde potenziell auch die CWA mit insgesamt mehr als 26 Millionen Downloads in Konkurrenz zur Luca-App. Diese war als System zur digitalen Kontaktdatenerfassung in den vergangenen Wochen vielfach diskutiert worden und wird bereits in Mecklenburg-Vorpommern eingesetzt. Weitere Bundesländer, Kreise und Kommunen sollen folgen und wollen damit Gästelisten aus Papier ersetzen, eine gemeinsame Position von Bund und Ländern steht jedoch noch aus.

Datenschützer sprechen sich jedoch bereits seit längerem für eine anonyme Lösung ähnlich zum CrowdNotifier-Protokoll aus, das in der Schweizer NotifyMe-App zum Einsatz kommt - zuletzt bei einer Online-Debatte mit den Entwicklern von Luca und ähnlichen Systemen.

(anw)