Corona-Warn-App fürs iPhone – was Sie wissen müssen

Die Voraussetzungen für die Installation der Corona-Warn-App der Bundesregierung gestalten sich für Apple-Nutzer anders als bei Android.

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(Bild: Entwickler)

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Apple hat die Corona-Warn-App der Bundesregierung in der Nacht auf Dienstag im App Store zum Download freigegeben – ebenso wie Google im Play Store. Auf die App wird inzwischen prominent in der Heute- sowie der Apps-Ansicht von Apples Softwareladen hingewiesen in Form einer "öffentlichen Bekanntmachung", sie lässt sich darüber auch leicht herunterladen.

Über die iPhone-Suche respektive die App-Store-Suche findet man die Corona-Warn-App derzeit allerdings nur, wenn man den ganzen Namen als Suchbegriff eintippt, beim Stichwort "Corona", "Corona App" oder "Covid 19" werden – Stand Dienstagnachmittag – nur andere Apps als Ergebnis angezeigt, etwa die schon ältere Corona-Datenspende-App des Robert-Koch-Instituts. Diese anderen Apps erhalten dadurch offensichtlich einen erheblichen Schub an Download-Zahlen, so taucht etwa auch die Covid-19-App eines tschechischen Krankenhauses nun in den Top-Download-Charts des deutschen App Stores auf.

Voraussetzung zum Einsatz der Corona-Warn-App ist iOS 13.5. Läuft auf dem iPhone noch eine ältere Version des Betriebssystems, ist die Installation nicht möglich. Das bedeutet zugleich, dass zur Nutzung der App mindestens ein iPhone 6s oder iPhone SE erforderlich ist, Nutzer eines iPhone 6 oder iPhone 5s erhalten keinen Zugriff auf die App. Die Corona-Warn-App gibt es zugleich ausschließlich fürs iPhone, auf iPad und Apple Watch läuft sie nicht.

Kinder müssen sich zur Installation als mindestens 17-jährig ausgeben. Die Inhaltsbeschränkungen müssen dafür aufgehoben werden.

Im Unterschied zum Google Play Store, der die Corona-Warn-App "ab 0 Jahren" bereitstellt, ist sie im App Store nur für Erwachsene zugänglich, sie trägt dort die Altersfreigabe "17+", eine Altersfreigabe "ab 16 Jahren" gibt es bei Apple nicht.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht empfahl am Dienstag allerdings auch eine Installation der App auf Geräten von Kindern und Jugendlichen. Personen unter 16 Jahren benötigen dafür die Einwilligung der Eltern.

Bei Nutzung der Kindersicherung von iOS stellt die Altersbeschränkung jedoch ein Problem dar: Eltern müssen nämlich die Inhaltsbeschränkung für Apps entweder auf "17+" hochsetzen oder ganz aufheben (in den Einstellungen für Bildschirmzeit unter Beschränkungen / Inhaltsbeschränkungen), wenn Sie dem Nachwuchs die Installation der Corona-Warn-App ermöglichen wollen. Setzt man nach der Installation die Altersbeschränkung wieder herab, etwa auf "12+", dann wird die Corona-Warn-App automatisch ausgeblendet und verschwindet damit vom Homescreen. Soll die App auf iPhones von Kindern und Jugendlichen eingespielt werden, lässt sich also keine Inhaltsbeschränkung für Apps mehr festlegen.

Der Akkuverbrauch der Corona-Warn-App – oder besser gesagt der zugrundeliegenden Schnittstelle in iOS – wird in den Batterieeinstellungen des Betriebssystems Apples Health-App zugeordnet. Dort sollte zusätzlich "COVID-19-Kontaktprotokoll" verzeichnet sein. Ersten Nutzerberichten zufolge zeigt sich die Health-App nach der Aktivierung des Kontaktprotokolls schnell unter den größten Batterienutzern, das war auch auf einem iPhone 11 Pro der Mac & i-Redaktion zu beobachten. Inwiefern dies die Akkulaufzeit im Alltagseinsatz tatsächlich verringert, dürfte von Gerät zu Gerät variieren.

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Die Corona-Warn-App kann ihre Arbeit nur verrichten, wenn Bluetooth aktiviert ist. Das Deaktivieren der Bluetooth-Verbindung über das iOS-Kontrollzentrum schaltet das Kontaktprotokoll übrigens nicht ab, dafür muss Bluetooth in den Einstellungen komplett deaktiviert werden. Die App zeigt dann einen Warnhinweis.

Die Corona-Warn-App wird derzeit nur im deutschen App Store geführt, für den Download ist also eine deutsche Apple-ID erforderlich. Nutzer mit einer Apple-ID, die einem anderen Land zugeordnet ist, können die App damit nicht beziehen. Wer beispielsweise einen US-Account für App-Downloads bei Apple verwendet und damit auf den US-App-Store zugreift, kann die App damit also nicht installieren – das schließt etwa auch Auslandsstudenten aus.

(lbe)