Coronavirus-App abgelehnt: Entwickler verklagt Apple

Apples Ablehnung einer Coronavirus-App verstößt gegen Wettbewerbsrecht, meint der Entwickler. Der iPhone-Konzern missbrauche sein App-Store-Monopol.

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(Bild: dpa, Kay Nietfeld)

Von
  • Leo Becker

Apples Kontrolle über den App-Vertrieb für iPhones sorgt für einen neuen Rechtsstreit: Die Ablehnung seiner Coronavirus-App im vergangenen Frühjahr sei unzulässig, argumentiert ein App-Anbieter in seiner an einem US-Gericht eingereichten Klage (Coronavirus Reporter vs. Apple, United States District Court for the New Hampshire District, Aktenzeichen 1:21-cv-00047).

Apple habe zwar das Recht, eine Qualitätskontrolle von Apps vorzunehmen, dürfe aber "sinnvollen Apps" nicht den Zugang zum iPhone verwehren, schreibt der Kläger. Apple hindere Nutzer durch solche Ablehnungen daran, über Apps auf das offene Internet zuzugreifen und verstoße damit gegen US-Wettbewerbsrecht. Durch die hauseigene Schnittstelle für Corona-Begegnungsmitteilungen stehe Apple zudem in Konkurrenz mit Dritt-Entwicklern für Corona-Apps, heißt es in der Klage.

Apple hatte im März 2020 damit begonnen, die Inhalte in seinem Store rund um Coronavirus und Covid-19 zu filtern. Anfangs zeigten die Suchergebnisse etwa noch Spiele rund um Viren und Apps für die Lebensmittelbevorratung sowie andere Anwendungen, die sich offenbar mit den entsprechenden Keywords eine bessere Sichtbarkeit verschaffen wollten. Seitdem lässt Apple nur noch Apps rund um das Coronavirus zu, die von "anerkannten Institutionen" – etwa Behörden oder Krankenhäusern – stammen, das solle Falschinformationen eindämmen.

Die abgelehnte App wollte Symptomberichte von Nutzern sammeln.

(Bild: Klageschrift)

Apple habe mit Verweis auf diese Regel auch seine "Coronavirus Reporter" genannte App abgelehnt, schreibt der Entwickler in der Klage – obwohl zu dem eigenen Team auch Ärzte gehören und andere konkurrierende Apps zugelassen wurden. Coronavirus Reporter sah sich offenbar als eine Art Crowd-Sourcing-Tool, bei dem Nutzer Symptome und Standort veröffentlichen sollten. Apple habe zudem bemängelt, dass die so von Nutzern gesammelten Informationen durch keine anerkannte Quelle geprüft seien, so der Entwickler. Er fordert Schadenersatz und eine Verfügung, die Apple untersagt, "sinnvolle Apps" den Zugang zu verbieten.

(lbe)