Coronavirus: CES 2021 nicht in Las Vegas, aber digital

Nun hat es auch die CES erwischt: Nachdem die Messe im Januar noch wie gewohnt über die Bühnen von Las Vegas lief, wird 2021 nur noch digital connected.

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Gedrängel wird es auf der CES 2021 nicht geben

(Bild: heise online)

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Die Unterhaltungselektronikmesse CES wird im kommenden Jahr wegen der Coronavirus-Krise nur digital stattfinden. "Mitten in der Pandemie und angesichts der weltweit gewachsenen Gesundheitsrisiken ist es schlicht nicht möglich, Anfang Januar 2021 zehntausende Menschen sicher in Las Vegas zu versammeln", erklärte Gray Shapiro, CEO der Consumer Technology Association (CTA), am Dienstag in Arlington (US-Bundesstaat Virginia). Der US-Verband der Unterhaltungselektronikbranche veranstaltet die Messe seit über 50 Jahren. Zuletzt kamen über 170.000 Fachbesucher nach Las Vegas.

Zuletzt hatte die CTA geplant, die CES wegen strenger Vorsichtsmaßnahmen zu verkleinern und mit einem digitalen Begleitprogramm zu ergänzen. Der Verband rechnete damit, dass die vielen internationalen Besucher zum großen Teil nicht mehr anreisen könnten. Darüber hinaus ist derzeit noch nicht absehbar, wann die US-Regierung die Einreise aus Risikogebieten, zu denen Washington auch die EU zählt, wieder erlaubt. Die US-Botschaften haben zudem in einigen Ländern gerade erst wieder begonnen, Visaanträge zu bearbeiten.

Soll niemand sagen, die CES sei kein Trendsetter: Der Atemmasken-Schal "Wair" mit Luftfilter und Lüfter wurde auf der CES 2017 präsentiert.

(Bild: heise online/jkj)

Die digitale CES 2021 soll neben der Übertragung von Keynotes und Konferenzbeiträgen auch Möglichkeiten für die Aussteller bieten, neue Produkte vorzustellen. Fachbesucher und Medienvertreter sollen sich zudem über digitale Formate austauschen und vernetzen können. "Die Technik hilft uns in der Pandemie beim Arbeiten, Lernen und Vernetzen", sagte Shapiro. "Diese Innovationen tragen nun auch dazu bei, die CES neu zu erfinden und die Technik-Community zusammenzubringen."

Damit sorgt die CTA rechtzeitig für Klarheit. Die CES gehört mit dem MWC, der Computex und der IFA zu den weltweit größten Fachmessen mit IT-Bezug. Die Messe, die traditionell in den ersten Januarwochen beginnt, war 2020 die letzte Großveranstaltung, die trotz der sich anbahnenden Coronavirus-Epidemie noch stattgefunden hat. Gut einen Monat später hatte der Mobilfunkverband GSMA den Mobile World Congress (MWC) in Barcelona abgesagt, weitere Veranstaltungen folgten. Auch die Hannover-Messe fand in diesem Jahr nicht statt.

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Die IFA Berlin versucht es mit der zunächst auch für die CES angedachten Mischform. Die Messe soll Anfang September als vier separate Veranstaltungsbereiche mit strikter Teilnehmerbegrenzung durchgeführt werden, ergänzt um ein umfangreiches digitales Programm. Das Experiment der "IFA Special Edition" wird von Fachbesuchern mit Spannung beobachtet, stieß allerdings nicht bei allen Ausstellern auf Gegenliebe. Samsung – einer der wichtigsten Aussteller für die Messe – hat schon mal abgesagt. Dem Vernehmen nach wird auch bei anderen Elektronik-Riesen noch überlegt.

(vbr)