CovPass: Zertifikate können nicht ablaufen, Daten von allen abgefragt werden

Der Impfstatus im CovPass lässt sich nicht widerrufen, es gibt also kein Ablaufdatum. Zudem ist die App zur Datenabfrage für jeden verfügbar.

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(Bild: Screenshot AppStore CovPass)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Der Impfstatus in der CovPass-App ist nicht veränderbar, einmal eingetragen bleibt er bestehen und kann auch nicht für abgelaufen erklärt werden. Das lässt die Architektur nicht zu. Während einzelne Zertifikate nicht revoziert werden können, ist es nur möglich, dass alle Zertifikate einer ausstellenden Person zurückgenommen werden – indem ihr Schlüssel, also die Berechtigung, für ungültig erklärt wird.

Grund dafür sind laut Ubirch, einem der Unternehmen, das neben IBM für die Entwicklung der App zuständig ist, die Anforderungen der EU an Schnelligkeit und Reduktion der Komplexität. Ein Identifier für die Zurücksetzung hätte zu einer Personenbezogenheit des Zertifikats geführt. Problematisch könnte das jedoch werden, da bislang noch nicht klar ist, ob der Impfschutz dauerhaft bleibt oder aufgefrischt werden muss. Es ist aber auch bislang kein Datum der Impfung oder der Ausstellung des Zertifikats sichtbar, was gegebenenfalls in einigen Monaten Abhilfe schaffen könnte. Dieses könnte freilich im Hintergrund übertragen und später eventuell genutzt werden.

Die CovPass-App ist am gestrigen Donnerstag offiziell von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorgestellt worden. Ab Montag, den 14. Juni, können dann Geimpfte in ausgewählten Apotheken ihr Zertifikat ausstellen lassen. Auch Ärzte und Impfzentren haben die Möglichkeit dazu. Wer bereits geimpft ist und vollen Impfschutz genießt, bekommt gegebenenfalls auch das Schriftstück samt QR-Code per Post.

Der QR-Code lässt sich dann in die CovPass-App eintragen, ebenso gut aber auch in die Corona-Warn App (CWA). Unterschied ist, dass der CovPass keine Kontaktverfolgung und bisher auch noch kein Testergebnis oder eine Genesung anzeigen kann. Der gelbe Impfpass behält freilich ebenfalls seine Gültigkeit und auch das Papier mit dem Code ist gleichwertig zur App.

Durch die Apps ist der Impfstatus lokal gespeichert. Bei Abrufen werden Name, Geburtsdatum und Echtheit angezeigt. Das geht per CovPass-Check. Diese App kann sich jeder herunterladen, sie ist bereits verfügbar. Ursprünglich hieß es, dass der CovPass nicht für Restaurantbesuche und Veranstaltungen eingesetzt werden soll, sondern an Grenzübergängen. Das scheint sich geändert zu haben, wenn es keinerlei Hürden für den Einsatz gibt.

Die nach dem Einscannen angezeigten Daten dürfen nicht gespeichert werden. Technisch ist es allerdings ein Leichtes, sie doch zu speichern.

(emw)