Cross-Plattform-Entwicklung: Alles neu bei Flutter und Dart

Auf der diesjährigen Google I/O hat das Unternehmen neben der Version 3 des Frameworks Flutter auch ein neues Dart SDK mit Versionsnummer 2.17 angekündigt.

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(Bild: Wachiwit/Shutterstock.com)

Von
  • Frank-Michael Schlede

Zum Auftakt der Entwicklerkonferenz Google I/O 2022 am Mittwoch hat das Unternehmen Version 3 des Multiplattform-Frameworks Flutter angekündigt. Zu den Neuerungen zählen neben der Unterstützung von macOS- und Linux-Desktop-Apps auch Verbesserungen der Firebase-Integration sowie die Verwendungsmöglichkeit mit Apple Silicon. Wie bisher üblich, hat Google zeitgleich auf der Konferenz auch ein neues Dart SDK angekündigt, das die Versionsnummer 2.17 trägt.

Tim Sneath, der als Produktmanager für Flutter und Dart bei Google tätig ist, stellt die Neuerungen in einem ausführlichen Beitrag vor. Dabei hebt er hervor, dass sich die Google-Entwickler in den bisherigen Versionen von Flutter darauf konzentriert haben, iOS und Android mit Web- und Windows-Unterstützung zu ergänzen. Mit der neuen Version 3 bietet Flutter nun auch eine stabile Unterstützung für macOS- und Linux-Apps. Dazu gehören unter anderem neue Eingabe- und Interaktionsmodelle, Kompilierungs- und Build-Unterstützung, Barrierefreiheit und Internationalisierung und eine entsprechend plattformspezifische Integration.

Die Timeline der Flutter-Entwicklung im Überblick: Auf der Google I/O wurde nun die Version 3 präsentiert.

(Bild: Google)

Dieses Release bietet auch neue Sprachfunktionen. Dazu gehören neben Enums mit Member-Unterstützung auch eine verbesserte Parameterweiterleitung an Superklassen und mehr Flexibilität für benannte Parameter. Die Entwickler bei Google haben die Werkzeuge mit einer neuen Hauptversion von package:lints verbessert: Das ist die Werkzeugunterstützung zur Überprüfung von Dart-Code anhand der Best Practices.

Mit dieser Flutter-Version können Entwickler jetzt vollständig nativ auf Apple Silicon entwickeln. Zwar war Flutter schon seit deren Veröffentlichung mit M1-betriebenen Apple-Geräten kompatibel, die Plattform nutzt aber nun die volle Unterstützung von Dart für Apple Silicon. Das soll eine schnellere Kompilierung auf M1-betriebenen Geräten und die Verwendung universeller Binärdateien für macOS-Apps ermöglichen.

heise-Konferenz zu Flutter

Die Online-Konferenz betterCode() Flutter gibt Software-, Web- und App-Entwicklern einen Einblick in die Möglichkeiten des Cross-Plattform-Werkzeugs Flutter. Die von heise Developer und dpunkt.verlag organisierte Veranstaltung findet am 24. Mai 2022 ganztägig statt. Das Event richtet sich an Interessierte, die sich tiefergehend mit Flutter auseinandersetzen möchten. Informationen und Tickets gibt es über die Konferenz-Webseite.

Ein weiterer Blogeintrag beschreibt die Neuerungen beim aktuellen Release 2.17 der Programmiersprache Dart. Neben den bereits zuvor geschilderten Erweiterungen der Sprache und der dazugehörigen Werkzeuge haben die Google-Entwickler neue Vorlagen für die Verwendung von dart:ffi (native C-Interop) in Flutter-Plugins sowie eine experimentelle Unterstützung für RISC-V-Prozessoren und für das Signieren von ausführbaren Dateien für macOS und Windows eingeführt.

Die API-Dokumentation, die vom dart doc-Tool generiert wird, ist laut diesem Blogbeitrag für die meisten Dart-Entwickler, die neue APIs erlernen wollen, ein wesentlicher Vorteil. Während die Kernbibliotheks-APIs schon bisher umfangreiche Beschreibungen in Textform zur Verfügung stellten, bevorzugen laut Google viele Entwicklerinnen und Entwickler, eine API durch das Lesen von Beispielcode zu lernen, der diese verwendet. Mit Dart 2.17 hat das Unternehmen deshalb alle wichtigen Kernbibliotheken komplett überarbeitet und den 200 am häufigsten aufgerufenen Seiten Beispielcode hinzugefügt.

(fms)