Cross-Plattform: Uno Platform 4.0 erlaubt Entwicklung im Browser

Das neue Release lässt sich dank einer Extension für Visual Studio Code zum Entwickeln in GitHub Codespaces und Gitpod einsetzen.

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(Bild: Andrey Suslov/Shutterstock.com)

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  • Maika Möbus

Uno Platform ist in Version 4.0 erschienen, wie das Entwicklungsteam im Rahmen der diesjährigen Online-Konferenz UnoConf verkündete. Neben Breaking Changes bringt die neue Hauptversion eine Extension für Visual Studio Code mit, die dort zu weiteren Funktionen wie Hot Reload und Codevervollständigung verhelfen soll, und auch die Anwendungsentwicklung im Browser soll dadurch möglich sein.

Die Open-Source-UI-Plattform dient der Entwicklung systemübergreifender Single-Codebase-Anwendungen und kam unter anderem zum Einsatz, um Windows-basierte Anwendungen und Tools mithilfe von WebAssembly (Wasm) für das Web zu portieren. Mit der neuen Version sollen sich C#- und XAML-Anwendungen auf einem beliebigen Betriebssystem und in einem beliebigen Browser entwickeln sowie die Anwendungen zum Web, Android, iOS, macOS, Linux und Windows deployen lassen.

Die neue Uno Platform Extension für Visual Studio Code ist im Preview-Status gestartet. Sie soll die Entwicklung von C#-/XAML-Anwendungen unter Windows, Linux und macOS sowie in den Cloud-basierten Online-IDEs GitHub Codespaces und Gitpod ermöglichen. Die Zielplattformen müssen WebAssembly- oder Skia-basiert sein.

Zu den Features der Extension zählen XAML-Codevervollständigung sowie Hot Reload für XAML und C#. Hot Reload dient der Codeänderung in einer laufenden Anwendung, ohne dass diese neu gestartet werden muss, und führte aufgrund einer kurzzeitigen Beschränkung seitens Microsoft auf die kostenpflichtige IDE Visual Studio 2022 zu Kundenprotesten.

Im Visual Studio Marketplace ist die Uno Platform Extension kostenfrei verfügbar. Nach Verlassen der Preview-Phase soll sie für individuelle Entwicklerinnen und Entwickler sowie für Firmen mit Einnahmen unter einer Million US-Dollar kostenfrei bleiben.

Uno Platform 4.0 bringt das neue Uno Toolkit mit. Das Set von higher-level Multiplattform-Komponenten soll Funktionen bieten, die WinUI nicht "out of the box" bereitstellt, darunter eine neue NavigationBar, die sich an die jeweilige Zielplattform anpasst und auf die nativen Möglichkeiten von iOS- oder Android-Navigationsleisten aufsetzt. Die Komponenten kommen in gewohnten Designs in den Bibliotheken Uno Toolkit Material und Uno Toolkit Cupertino daher. Die NavigationBar im Material-Design sieht aus wie folgt:

Material NavigationBar in Uno Platform 4.0

(Bild: Uno Platform)

Nicht mit der Visual Studio Extension zu verwechseln sind die neuen Uno Platform Extensions. Nach dem Vorbild von Microsoft.Extensions, die Funktionen wie Hosting oder Logging aus ASP.NET extrahierten, sollen sie Entwicklerinnen und Entwickler davon befreien, häufig benötigten Code von Grund auf neu schreiben zu müssen. Derzeit stehen rund zehn Extensions bereit, darunter für Reactive (MVU-X) und für alle Arten von Navigation, etwa die Auswahl eines View Items. Die Extensions sollen zudem die Möglichkeit bieten, die enthaltenen Features auf Wunsch zu erweitern.

Aufgrund von Breaking Changes, die Version 4.0 im Rahmen der Veröffentlichung des Windows App SDK 1.0 eingeführt hat, sind bei einem Upgrade die Migrationshinweise zu beachten.

Alle weiteren Informationen lassen sich dem Uno-Platform-Blog entnehmen.

(mai)