Cryptokicks: Nike bringt Turnschuh-NFTs auf die Blockchain

Nach Adidas bringt nun auch Nike eine Kollektion von NFTs heraus. Ob den NFTs auf Turnschuhbilder auch reale Sneaker folgen, blieb offen.

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RTFKT/Nike

Von
  • Axel Kannenberg

Sportschuh-Hersteller Nike geht neue Wege im Marketing und hat vergangenen Freitag eine Kollektion von Sneakerbild-NFTs auf der Ethereum-Blockchain herausgebracht. Die Cryptokicks genannten Schuhbildchen mit Blockchain-Hintergrund sind in einer Auflage von 20.000 Stück erschienen und erzielen auf dem wichtigsten NFT-Zweitmarkt Opensea inzwischen Durchschnittspreise im mittleren vierstelligen Eurobereich, wobei einzelne NFTs mit besonders raren Eigenschaften deutlich höhere Preise erzielten. Opensea zufolge sorgte der Handel mit Nikes Schuh-NFTs bislang für ein Volumen von 3600 Ether, umgerechnet fast eine Million Euro.

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Nike kaufte erst im Dezember das auf virtuelle Güter spezialisierte Kreativstudio RTFKT für eine nicht genannte Summe. Die Cryptokicks sind das erste Ergebnis dieser Übernahme. Ob Besitzer auch noch reale Schuhe erhalten, blieb unklar; derzeit soll es lediglich Snapchat-Filter geben, mit denen man durchs Smartphone betrachten kann, wie die futuristisch anmutenden Schuhe den Fuß kleiden würden. Den Berichten nach scheint es Nike eher um eine Verwendung in digitalen Erlebniswelten zu gehen, die auch häufig als Metaversum bezeichnet werden. Die Schuhe dürfte dann also allenfalls ein Avatar spazieren führen.

Neben den Schuh-NFTs gibt es auch noch NFTs namens "Vials“, die den Schuhbildern eine besondere Oberfläche verleihen können. Wer so eine Vial auf seinen Schuh anwendet, muss allerdings Gebühren an die Ethereum-Blockchain entrichten, erklärt RTFKT, denn im Hintergrund stehen dabei Blockchain-Transaktionen. Momentan sind die Cryptokicks nur auf dem Zweitmarkt zu bekommen oder durch Umwandlung eines Anfang des Jahres verteilten NFTs namens "Mnlth".

Wie der Branchendienst Vogue Business berichtet, dürften von Nike weitere Kollektionen virtueller Kleidung folgen. Dabei scheint das Unternehmen dem Bericht nach auch allerhand in Sachen Kryptowährungstechnik zu planen. So habe Nike vergangene Woche bereits mehrere Handelsmarken registrieren lassen, unter anderem für eine Kryptogeldwallet-Software, ferner für Dienstleistungen im Rahmen eines Marktplatzes für Digitalgüter sowie für Währungstokens für Online-Communities. Nike fokussiere sich auf mögliche Nutzungen der Blockchain-Technik, um auch hier seine Kunden zu bedienen, sagte ein Nike-Sprecher der Vogue Business. Die aktuelle Kollektion sei nur der Beginn.

Konkurrent Adidas ist Nike in Sachen NFT-Marketing schon ein paar Blöcke voraus. Bereits im Dezember brachte das Unternehmen seine Kollektion „Into the Metaverse“ in Kooperation mit dem NFT-Projekt Bored Ape Yacht Club heraus. Dazu kam noch eine NFT-Kooperation mit Prada und in der Metaversums-Welt Sandbox werden inzwischen auch virtuelle Markenklamotten verkauft.

NFT steht für nicht-fungible Token. Anders als bei den Einheiten einer Kryptowährung wie Bitcoin oder Ether handelt es sich hier Einträge in ein Blockchain-Kassenbuch, die nicht austauschbar sein sollen. Die ursprüngliche Idee ist, mit solchen Tokens Besitz einer Sache oder eines Rechts abzubilden, was etwa Fahrzeugpapiere oder Eintrittskarten für bestimmte Plätze ergeben könnte. Momentan werden vor allem NFTs auf digitale Bilder aufgelegt und schwunghaft gehandelt, wobei sich an der verlustlosen Kopierbarkeit dieser Bilder nichts ändert. Meist wird in der Blockchain-Urkunde auch nur ein Ablageort der Bilder eingetragen, weil eine direkte Hinterlegung onchain zumindest bei Ethereum viel zu teuer ist.

(axk)