Curly: KI-Curling-Roboter spielt besser als Profis

Das aus zwei Robotern bestehende System "Curly" hat beim Curling-Spielen Profi-Curler geschlagen.

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(Bild: Korea University)

Von
  • Oliver Bünte

Der Curling-Roboter "Curly" hat drei von vier Spielen gegen Profi-Curler gewonnen. Der Roboter schneidet damit beim Curling besser als Menschen ab. Dies geht aus einer wissenschaftlichen Veröffentlichung der Korea University und der TU Berlin hervor. Der Roboter nutzt Künstliche Intelligenz (KI), um das Spiel zu analysieren und die Steine auf dem Eis zu platzieren.

Curling ist eine große Herausforderung: Um die 40 Kilogramm schweren Steine punktgenau auf dem Eis zu platzieren, muss die ständig wechselnde Beschaffenheit des Eises immer wieder neu berücksichtigt werden. Diese recht schwierige Aufgabe gelingt Menschen gemeinhin besser als einem Roboter, der die Gleitfähigkeit des Eises schwieriger analysieren kann, um die Steine zielgerichtet über das Eis gleiten zu lassen. Bis jetzt. Denn nach Angaben von Wissenschaftlern der Korean University und der TU Berlin sei es nun gelungen, dass der Roboter Curly das Spiel auf dem Eis besser beherrscht als Top-Teams koreanischer Curling-Damenmannschaften und der koreanischen Reserve der koreanischen Rollstuhlcurling-Nationalmannschaft. Demnach konnte der Curling-Roboter Curly drei von vier Spielen gegen diese Mannschaften für sich entscheiden. 2018 hatte Curly noch gegen menschliche Gegner verloren.

Das KI-System von Curly wurde nach Angaben der Wissenschaftler komplett mit Curling-Computerspielen trainiert, in denen das Eis lediglich physisch simuliert wird. Je nachdem wie gut diese Simulationen sind, fällt das Ergebnis des Trainings der KI besser oder schlechter aus. Bei Culy hätte das extrem gut funktioniert. Curly benötigte demnach am Anfang nur einen Wurf, um sich auf die im Laufe eines Spiels ändernden Eisbedingungen selbstständig einstellen zu können.

Curly besteht genaugenommen aus zwei Robotern, die im Team zusammenarbeiten: Der Skip-Curly analysiert die Lage der Steine auf dem Spielfeld mit einer Kamera. Daraus wird eine Strategie für den nächsten Wurf errechnet, die dann der Thrower-Curly umsetzt. Während menschliche Curler die Möglichkeit haben, mit einem Besen die Gleitfähigkeit des Eises zu beeinflussen, kommt das Curly-System ohne ein solches Hilfsmittel aus.

Das Video zeigt Aufnahmen des Curly-Systems beim Curling 2018.

Wie aus dem in Science Robotics veröffentlichten Beitrag "An adaptive deep reinforcement learning framework enables curling robots with human-like performance in real-world conditions" der Korea University und der TU Berlin hervorgeht, sei Curly ein weiteres Beispiel dafür, dass mit KI ausgestattete Roboter auch in realen Umgebungen bestehen und selbstständig auf Änderungen ihrer Umgebung sofort und strategisch reagieren können.

(olb)