Norwegen: DDoS-Angriffe pro-russischer Gruppen wegen Transitblockade

Am Mittwoch wurden sowohl staatliche als auch private norwegische Webseiten Opfer von Cyberangriffen. Sie gingen offenbar von pro-russischen Cybergangs aus.

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Aufmacher Cyberangriffe auf Norwegen
Von
  • Dirk Knop

Cyber-Attacken haben öffentliche und private Webseiten in Norwegen lahmgelegt. Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) berichtet, dass ein Distributed-Denial-of-Service-Angriff (DDoS) einem geschützten nationalen Datennetzwerk galt. Das erzwang das temporäre Einstellen der Online-Dienste für mehrere Stunden, wie die norwegische nationale Sicherheitsbehörde (Norwegian National Security Authority (NSM)) mitteilte.

Hinter den Attacken scheine eine kriminelle pro-russische Gruppe zu stecken, sagte die NSM-Leiterin Sofie Nystrøm. Sie fügte laut AP hinzu, die Angriffe "hinterließen den Eindruck, dass wir ein Teil in der aktuellen politischen Situation in Europa sind". Der norwegische Premierminister Jonas Gahr Støre äußerte, dass seinem Kenntnisstand nach die Angriffe "keinen signifikanten Schaden angerichtet haben".

Norwegische Medien berichteten, dass der Botschafter des Landes in Moskau ins russische Außenministerium einbestellt wurde, um eine Beschwerde darüber entgegenzunehmen, dass der Transit russischer Versorgungsgüter via Norwegen zu einer russischen Bergarbeitersiedlung in der Arktis blockiert wurde.

Die Siedlung Barentsburg liegt am Isfjord auf Spitzbergen, 800 Kilometer nördlich vom norwegischen Festland. Die EU hat aufgrund des Angriffskriegs auf die Ukraine auf diverse russische Güter Sanktionen erlassen. Zwar gehört Norwegen nicht zur EU, geht jedoch bei den meisten Themen auf gleicher Linie mit.

Erst in der Nacht zum Dienstag dieser Woche kam es zu DDoS-Attacken auf Litauen durch die pro-russische Cybergang Killnet. Die kriminellen Täter nannten dort die Blockade von einem Großteil der Warentransporte in die russische Exklave Kaliningrad als Grund für ihre Angriffe.

(dmk)