Cyberangriff: Stadtverwaltung Witten online nicht erreichbar

Das IT-System der Ruhrgebietsstadt wurde von einem Cyberangriff getroffen, viele Dienste sind derzeit übers Internet nicht erreichbar.

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Diese Bilder zeigt die Stadt Witten auf ihrem Facebook- und Twitter-Account. Ein Twitter-Nutzer kommentierte: "Und die Hacker haben AngularJS verwendet?!"

(Bild: Stadt Witten / Facebook)

Von
  • Andreas Wilkens

Die Verwaltung der Ruhrgebietsstadt Witten ist nach einem Cyberangriff nicht mehr erreichbar. Am vergangenen Wochenende seien die technischen Systeme angegriffen worden, teilte die Stadtverwaltung auf ihrer Website mit. "Durch den Angriff sind die städtischen Systeme der Stadt Witten massiv eingeschränkt. Als Folge ist unter anderem die Stadtverwaltung derzeit weder per E-Mail noch telefonisch zu erreichen."

Auch die Termine in der Bürgerberatung, beim Standesamt und den weiteren Ämtern werden voraussichtlich auch in den nächsten Tagen davon betroffen sein, heißt es aus Witten. Ebenfalls betroffen seien das Kulturforum Witten, Stadtmarketing Witten, die VHS und der Stadtsportverband Witten. Etwa 1000 Computerarbeitsplätze seien betroffen, heißt es in Medienberichten.

Der Notruf 112 und "die Angebote der Daseinsvorsorge aber funktionieren: dazu zählen etwa Strom, Gas und Wasser", da die Stadtwerke nicht gehackt wurden, wie die Stadtverwaltung erläutert. Feuerwehr und Rettungsdienst seien ebenfalls erreichbar, die Kitas blieben geöffnet, die Müllabfuhr fahre, der Kommunale Ordnungsdienst sei unterwegs.

Die Polizei Bochum und Staatsanwaltschaften ermitteln. Aus ermittlungstaktischen Gründen könne sich weder die Stadt Witten noch die Polizei zu weiteren Details äußern. Es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Probleme zu beheben. Die Stadt habe das Landeskriminalamt, Experten der Sicherheitsbehörden und externe Dienstleister hinzugezogen, um die Ursachen zu analysieren und das Problem möglichst zügig zu lösen.

Von Cyberangriffen betroffen waren dieses Jahr bereits unter anderem die Stadtverwaltungen Anhalt-Bitterfeld und Geisenheim, auch das Klinikum in Wolfenbüttel war betroffen. Schadsoftware war in die Systeme eingedrungen und hatte nachhaltige Schäden angerichtet. Anhalt-Bitterfeld hatte am 9. Juli den deutschlandweit ersten Cyber-Katastrophenfall ausgerufen, eine Lösegeldforderung der Angreifer hatte die Stadt abgelehnt. Ob Witten ebenfalls von einem Erpressungstrojaner betroffen ist, wurde noch nicht bekannt. Erst vor wenigen Tagen gab es einen Angriff auf die Stadt Schwerin und den benachbarten Landkreis Ludwigslust-Parchim.

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(anw)