"Cyberpunk 2077": CD Projekt zwingt Entwickler zu Sechs-Tage-Woche

Die Entwickler von "Cyberpunk 2077" müssen sechs Tage pro Woche an dem Action-Rollenspiel arbeiten. Der Launch war zuvor mehrfach verschoben worden.

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Von
  • Daniel Herbig

In der abschließenden Entwicklungsphase von "Cyberpunk 2077" müssen die Mitarbeiter des Studios CD Projekt Red sechs Tage in der Woche arbeiten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg, der eine interne Mail des Studio-Chefs Adam Badowski vorliegt. "Cyberpunk 2077" soll am 19. November auf den Markt kommen.

"Ab heute ist das ganze Studio im Overdrive-Modus", schrieb Badowski in der Mail vom Montag. Neben ihren gewöhnlichen Arbeitszeiten müssen Mitarbeiter demnach auch einen Tag am Wochenende ableisten. Diese Überstunden werden bezahlt werden, wie es die polnischen Arbeitnehmergesetze voraussetzen.

Raytracing in "Cyberpunk 2077"
(Quelle: CD Projekt)

Zuvor hatte Badowski mehrfach betont, er wolle CD Projekt Red als angenehmeren Arbeitsplatz etablieren, nachdem die Mitarbeiter bereits bei der Entwicklung vergangener Titel wie "The Witcher 3" Überstunden einlegen mussten. In der Branche werden derartige Überstunden vor Veröffentlichung auch als "Crunch" bezeichnet.

In einem Interview mit dem Spiele-Blog Kotaku betonte Badowski im Sommer 2019, niemand werde bei der Entwicklung von "Cyberpunk 2077" zu Überstunden gezwungen werden. Seitdem wurde der Release des Spiels allerdings mehrfach nach hinten verschoben. In einem Gespräch mit Investoren schlug CD-Projekt-Chef Marcin Iwiński einen anderen Ton an: Komplett lasse sich der Crunch nicht vermeiden.

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"Ich weiß, dass das dem widerspricht, was wir in der Vergangenheit gesagt haben, dass Crunch nie die Antwort sein sollte", schrieb Badowski nun am Montag in der Mail an die Mitarbeiter. "Wir haben aber alle anderen Mittel ausgeschöpft, um mit der Situation umzugehen." Einige Angestellte des polnischen Entwicklerstudios sollen bereits seit über einem Jahr auch nachts und an Wochenende an "Cyberpunk 2077" gearbeitet haben, berichtet Bloomberg.

Exzessive Überstunden gelten gerade bei der Produktion großer Blockbuster-Videospiele als gängig. Neben CD Projekt Red sorgten in den vergangenen Jahren unter anderem auch Doom-Entwickler id Software und Rockstar Games, der Entwickler von "Red Dead Redemption 2", für Negativ-Schlagzeilen.

(dahe)