"Cyberpunk 2077" auf Xbox One und Series X: Vergleichsvideo wirft Fragen auf

CD Projekt hat ein Video mit Xbox-Material von "Cyberpunk 2077" veröffentlicht. Darin Unterschiede zwischen One X und Series X zu erkennen, ist aber schwierig.

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(Bild: CD Projekt)

Von
  • Daniel Herbig

Nachdem in vorherigen Trailern ausschließlich PC-Material zu sehen war, hat Entwickler CD Projekt Red nun erstmals ein Video mit Konsolen-Gameplay zu "Cyberpunk 2077" veröffentlicht. Darin zeigt CD Projekt das Action-Rollenspiel auf der Xbox One X und der Xbox Series X. Offenbar handelt es sich bei dem Video um eine Kooperation mit Microsoft: Die Playstation wird schlicht mit der Bezeichnung "andere Konsole" unter den Tisch gekehrt. "Cyberpunk 2077" erscheint am 10. Dezember gleichzeitig für PC, Xbox und Playstation.

Spannend ist das neue Gameplay-Video zu "Cyberpunk 2077" vor allem wegen des Vergleichs zwischen der Xbox One X und der neuen Xbox Series X. Genau diesen gestaltet CD Projekt allerdings schwierig: Das Video springt jedes Mal zu einer neuen Szene, wenn das Gameplay-Material von einer zur nächsten Konsole umgeschaltet wird. Entsprechend ist es kaum möglich, einen direkten Vergleich zu ziehen.

Xbox-Video zu "Cyberpunk 2077"
(Quelle: CD Projekt)

Dazu kommt, dass CD Projekt das Video lediglich in FullHD-Auflösung bereitgestellt hat, obwohl beide gezeigten Xbox-Konsolen eigentlich 4K-Auflösung anvisieren sollten. Die vorherigen "Cyberpunk 2077"-Videos, die alle ausschließlich PC-Material zeigten, hatte CD Projekt dagegen auch in 4K-Auflösung hochgeladen. Das Xbox-Video wird außerdem lediglich in 30 FPS dargestellt – noch ist unklar, ob das Spiel zum Release auch einen 60-FPS-Modus unterstützen wird. Überhaupt enthält das Video keinerlei handfeste Informationen zu den Unterschieden zwischen Current- und Next-Gen-Konsolen.

Der Trailer erweckt daher den Eindruck, als würde CD Projekt den Vergleich zwischen Xbox One X und Xbox Series X absichtlich vernebeln. Eine mögliche Erklärung: Zum Start am 10. Dezember wird noch kein Optimierungspatch für die neue Konsolengeneration zur Verfügung stehen. Das könnte bedeuten, dass das Shooter-RPG auf der Series X und der PS5 erst einmal genau so aussieht wie auf den Vorgänger-Konsolen – wie es auch bei anderen Spielen, die nicht für PS5 und Series X angepasst wurden, der Fall ist. Der Patch erscheint laut CD Projekt erst 2021, aussagekräftige Vergleiche zwischen den Konsolengenerationen sind wohl erst nach Veröffentlichung möglich.

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Ein Vorteil der neuen Konsolen, den auch Spiele ohne Optimierungspatch schon ausnutzen können, sind stabilere Bildraten: Weil die Hardware stärker ist, erreichen Spiele innerhalb der vorgesehenen Begrenzung mehr Bilder pro Sekunde. Wenn beispielsweise ein auf 30 FPS ausgelegtes Spiel auf der One-Generation ab und zu absackt, dann könnte es auf der Series X auch ohne Patch die 30 FPS stabil halten. Beim Test der PS5 hat heise online das beispielsweise im 60-FPS-Modus von Dark Souls 3 festgestellt. Denkbar ist aber auch, dass CD Projekt zum Start einen 60-FPS-Modus einbaut, den die neuen Konsolen ohne zusätzliche Optimierung ausnutzen können.

Was das Xbox-Video bereits zeigt: Eine durchgängig stabile Bildrate scheint zumindest die One X nicht halten zu können. Gerade in Gefechtsszenen mit Ballerei-Effekten und Explosionen sackt die Bildrate im Video sichtbar ab (zum Beispiel an der Stelle nach 7:45 Minuten). Hier könnte die Series X möglicherweise ein paar mehr Bilder pro Sekunde liefern. Komplett unterschlägt CD Projekt noch die Standard-Variante der Xbox One, die deutlich schwächer ist als die One X. Hier müssen Spieler mit erheblichen Grafik-Kompromissen rechnen. Schon beim gezeigten Material auf One X und Series X wirken beispielsweise die Gesichter vieler NPCs etwas leblos.

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Als Release-Termin für "Cyberpunk 2077" nennt CD Projekt derzeit den 10. Dezember. Der Launch des heiß erwarteten Rollenspiels der "Witcher 3"-Entwickler wurde in den vergangenen Monaten mehrfach verschoben, zuletzt im Oktober. Für die Entwickler bedeutet der Release-Stress eine außerordentliche Belastung: Obwohl die Studio-Chefs dem "Crunch" ursprünglich eine Absage erteilt hatten, häufen einige Angestellte Medienberichten zufolge seit Monaten zahlreiche Überstunden an und müssen an Wochenenden arbeiten.

(dahe)