DE-CIX: Wie die "neue Normalität" den Internet-Datentransfer explodieren lässt

Der weltweit führende Betreiber von Internetknoten, DE-CIX, verzeichnete 2021 einen Anstieg des Datenverkehrs um 20 Prozent. Was für 2022 erwartet wird.

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Blick auf die Hardware des DE-CIX in Frankfurt

(Bild: DE-CIX)

Von
  • Malte Kirchner

Das zweite Jahr der Coronapandemie hat den weltweiten Datendurchsatz im Internet deutlich ansteigen lassen. DE-CIX als führender Betreiber von Internetknoten verzeichnete im Jahr 2021 einen Durchsatz von 38 Exabyte – ein Anstieg des Datenverkehrs um rund 20 Prozent. Und trotz der weitgehend zurückgenommenen Coronamaßnahmen wird für die Zukunft keineswegs ein Rückgang erwartet. Dies gab das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt am Main im Zuge seines Geschäftsberichts bekannt.

In den vergangenen zwei Jahren erlebte das Unternehmen Rekordwerte beim Datendurchsatz. Bei DE-CIX wird jedoch nicht von einem Ausreißer, sondern vom Erreichen einer "neuen Normalität" ausgegangen, in der Arbeits- und Lebenswelt zunehmend digitalisiert werden. "Die dauerhafte Nachfrage nach digitalen Anwendungen und datengesteuerten Diensten ist die nächste Stufe in einem Kontinuum – einem stetigen Prozess der Digitalisierung, der Optimierung von Arbeitsabläufen, der Etablierung von neuen Kommunikations- und Unterhaltungsmöglichkeiten und einer immer granulareren und umfassenderen Vernetzung", sagt CEO Harald A. Summa.

Schon 2021 zeigte sich laut DE-CIX, dass die Verteiler-Knoten des Internets angesichts der höheren Anforderungen näher an die Endnutzer heranrücken. Am nördlichsten deutschen Internetknoten, DE-CIX Hamburg, stieg die angeschlossene Kapazität um 40 Prozent und der Datenverkehr zu Spitzenzeiten um 70 Prozent. Der DE-CIX Düsseldorf verzeichnete ein noch deutlicheres Wachstum der angeschlossenen Kundenbandbreite in Höhe von mehr als 160 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sowie einen Anstieg des Spitzenverkehrs um 65 Prozent. Der südlichste deutsche Internetknoten, DE-CIX München, steigerte seinen Datendurchsatz zu Spitzenzeiten um 41 Prozent und die angeschlossene Kundenbandbreite um fast 130 Prozent.

Zum Jahresende waren 2500 Netze an den Interconnections des DE-CIX angebunden. Die angeschlossene Kundenkapazität aller globalen DE-CIX Standorte stieg 2021 um mehr als 30 Prozent auf 96,2 Terabits (TBit). Weltweit wurden außerdem vier neue Knoten in Betrieb genommen. Im Heimatmarkt Deutschland waren Ende 2021 am größten Internetknoten des Unternehmens, dem DE-CIX Frankfurt, knapp 1100 Netzwerke verbunden.

Die angeschlossene Kundenkapazität in Frankfurt stieg 2021 um 12 Prozent. Dort sind die ersten 400GE-Ports (bis zu 400 Gigabit pro Sekunde) im produktiven Einsatz. Mit dem Austausch der Edge-Router wurden zudem bereits die Voraussetzungen für die kommende 800GE-Ära geschaffen.

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Bei DE-CIX wuchs nicht nur das Transfervolumen. Auch der Umsatz aller Konzerngesellschaften weltweit legte im Jahr 2021 um 5,2 Millionen Euro auf 48,7 Millionen Euro zu, ein Anstieg von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

"Alle Bereiche des Geschäfts- und Privatlebens sind heute mehr denn je auf digitale Anwendungen angewiesen. Es besteht kein Zweifel, dass die Anforderungen an die digitale Infrastruktur in Zukunft weiter steigen werden", erklärt Ivo Ivanov, CEO von DE-CIX International. Wachstum wird unter anderem durch das Metaverse und seine Anwendungen im Bereich Virtual- und Augmented-Reality erwartet. Dafür brauche es aber eine dichte, global verteilte und vernetzte Infrastruktur. DE-CIX kündigte bereits sieben neue Standorte an, darunter mehrere Internetknoten in den Nordischen Ländern (Norwegen, Dänemark und Finnland).

(mki)