DMEA 2022: Lauterbach sieht Digitalisierung des Gesundheitswesens auf gutem Weg

Nach zwei Jahren ist die Messe für IT in der Medizin etwas kleiner geraten. Zur Eröffnung blickte der Gesundheitsminister zurück und voraus.

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(Bild: © Messe Berlin GmbH)

Von
  • Detlef Borchers

Vor 20 Jahren diskutierte Karl Lauterbach in Berlin über die elektronische Patientenakte. Nun eröffnete der Bundesgesundheitsminister mit seiner Keynote in dieser Stadt die DMEA, die Messe für Medizin-IT.

In seiner Keynote erzählte Gesundheitsminister Karl Lauterbach launig davon, wie er 2002 für den damaligen Kanzlerkandidaten Gerhard Schröder in einem Berliner Hotel die Idee einer elektronischen Patientenakte vortrug. 20 Jahre später konnte er sie gar nicht genug loben. Sie sei nicht einfach eine moderne Form der medizinischen Kommunikation, sondern stehe als "Kernanwendung" für eine andere, bessere Medizin. Nach der Sommerpause werde sein Haus eine neue Digitalisierungsstrategie des Gesundheitswesens vorlegen, kündigte Lauterbach an.

Insgesamt sah der Gesundheitsminister die Digitalisierung auf gutem Wege. Beim elektronischen Rezept könnte im Sommer die Marke von 30.000 Rezepten erreicht werden, ab der die Ausgabe solcher Rezepte für alle kassenärztliche Praxen Pflicht sind. Bei der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung habe man bereits 5,6 Millionen Bescheinigungen ausgestellt und arbeite nun daran, dass der Abruf durch die Arbeitgeber realisiert wird. Bislang müssen die Meldungen für den Arbeitgeber noch ausgedruckt werden.

Als größtes Projekt bezeichnete Lauterbach die Arbeit an der Digitalisierungsstrategie und an einer entsprechenden Gesetzesvorlage. "Am Ende wollen wir das Ganze in ein Gesetz gießen, in dem wir die Infrastruktur und die Strategie zusammenbringen", erklärte er in Berlin. Zentral sei es, die digitale Identität aller Versicherten einzuführen, mit der die digitale Sprechstunde weiter ausgedehnt werden kann.

Mit rund 500 Ausstellern und 300 Vortragenden ist die DMEA 2022 nach zweijähriger Pandemie-Pause etwas kleiner geraten, zeigt sich aber durchaus international. Nach Angaben der Messe Berlin liegt der Schwerpunkt der Aussteller bei Lösungen für datengestützte Chirurgie mit künstlicher Intelligenz, digitalen OP-Systemen und digitalen Notaufnahmen.

(mho)