DS7 Facelift: Dritter Plug-in-Hybrid mit mehr Leistung

Nach vier Jahren wird der DS7 überarbeitet. Abgesehen von etwas Feinschliff bekommt der Kunde auf Wunsch einen PHEV mit 265 kW Systemleistung.

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DS7 Facelift 2022
Von
  • Martin Franz

DS fällt im Stellantis-Sortiment die Aufgabe zu, Kunden einzusammeln, die bereit sind, überdurchschnittlich viel Geld auszugeben. Das SUV DS7 war 2018 das erste eigenständige Modell der Marke. Nun wird es leicht überarbeitet. Optisch erfinden die Franzosen das rund 4,6 m lange SUV nicht neu. Die Front bekam anders geformte Kunststoffe, veränderte Scheinwerfer, neue Lackfarben und bis zu 21 Zoll große Räder. Einer anderen Heckklappen-Verkleidung ist es zu verdanken, dass der DS um 2 cm auf 4,59 m wächst. Auch in Breite und Höhe legt das Auto um jeweils einen Zentimeter zu. Auffällig ist, dass viele der bisherigen Chrome-Details mit dem Update verschwunden sind. DS begründet das unter anderem mit dem Bestreben nach einer „sparsameren und nachhaltigeren Produktion“.

Auch im Innenraum belässt es DS bei sanften Veränderungen. Den größten Mehrwert verspricht ein modernisiertes Infotainment. In dieser Hinsicht bestand tatsächlich Handlungsbedarf, denn das bisherige System war weder flink noch intuitiv zu bedienen. Stellantis will bei der Sprachsteuerung deutlich nachgebessert haben. Auch die Bedienung soll einfacher sein als bisher. Viele Funktionen lassen sich über konfigurierbare Widgets direkt vom Startbildschirm aus aufrufen. Neu im Angebot sind Matrix-Licht und eine höher auflösende 360-Grad-Ansicht, die beim Einparken hilft.

Aussortiert hat DS den letzten verbliebenen Benziner. Das Angebot im überarbeiteten DS7 besteht künftig aus einem Diesel und gleich drei Plug-in-Hybriden. Nur das Topmodell ist neu. DS kombiniert einen Benziner mit 147 kW mit einem 81-kW-E-Motor an der Vorderachse und einem 83-kW-E-Motor an der Hinterachse. Die einzelnen Maschinen leisten damit so viel wie die PHEV-Ausführung mit 220 kW Systemleistung, insgesamt gibt Stellantis hier allerdings 265 kW frei.

DS7 Facelift 2022 (9 Bilder)

Mit knapp 4,6 m ist der DS7 etwa so lang wie ein VW ID.4.

Trotz des erheblichen Unterschieds verbessern sich die Fahrleistungen nur marginal: Statt 5,9 Sekunden im PHEV mit 220 kW vergehen im neuen Topmodell mit 265 kW nur 5,6 Sekunden. Vermutlich wäre vielen Kunden ein Update der E-Fähigkeiten wichtiger gewesen. Doch es bleibt bei 13,2 kWh Brutto-Energiegehalt und einer Ladeleistung von 7,4 kW an einer Phase. Nutzen lässt sich selbst dieses zähe Spitzentempo somit nur an öffentlicher Ladeinfrastruktur, die ein DS7 Hybrid für eine komplette Aufladung zwei Stunden blockiert. In der heimischen Garage dürfte fast überall mit 3,7 kW die maximale Ladeleistung erreicht sein.

Der überarbeitete DS7 kommt im Herbst in Deutschland auf den Markt und kann demnächst schon bestellt werden. Preise nennt DS noch nicht, doch mit größeren Veränderungen ist diesbezüglich nicht zu rechnen. In der ab Juli 2022 gültigen Preisliste kostet der Diesel mindestens 39.090 Euro, ein Plug-in-Hybrid ist, inklusive umfangreicherer Serienausstattung, ab 47.580 Euro zu haben. Wie bisher wird der Kunde dafür ein fein ausgekleidetes SUV fern jeglicher Dynamik-Ambitionen bekommen. Im Test erwies sich der DS7 PHEV mit 220 kW als flott, wenngleich nicht sparsam.

(mfz)