Damit Apple nichts mitliest: SimpleX-Chat aktualisiert auf Version 3

In jedem Fall soll die Anonymität der Chat-Nutzer gewahrt bleiben – und entsprechend kompliziert sind einige der neuen Funktionen von SimpleX implementiert.

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Von
  • Moritz Förster

Im Rahmen der jüngsten Version 3.0 erweitert SimpleX sein Protokoll und die zugehörigen Apps. Es handelt sich um eine Chat-Software, deren Nutzer vollständig anonym bleiben können – über eine einzigartige globale Identität wie eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse verfügen die Anwender explizit nicht.

Viel Arbeit stecken die Entwickler in die Client-Anwendungen: So lässt sich die Chat-Datenbank nun exportieren und auf einem anderen Gerät wieder importieren. Allerdings weist das Projekt darauf hin, dass Nutzer nicht dasselbe Profil gleichzeitig oder abwechselnd auf unterschiedlichen Clients verwenden können. Ferner ist die Datenbankdatei derzeit nicht verschlüsselt – eine solche interne Verschlüsselung soll jedoch künftig enthalten sein.

Eine wichtige neue Funktion gibt es ferner für iOS, denn die Push-Benachrichtigungen sind fertiggestellt. Klingt simpel, aber auch hier steht wieder der Datenschutz an erster Stelle: Die Benachrichtigungen enthalten keinerlei Informationen über Kontakte oder den Inhalt des Chats – nicht einmal in verschlüsselter Form, sodass in keinem Fall Daten auf Apples Servern landen. Ferner ist ein dedizierter Server für die Benachrichtigungen zuständig, ohne dass dieser Zugriff auf die eigentlichen Mitteilungen hat – und sich entsprechend keine Rückschlüsse auf Nutzer durch einen korrelierten Datenverkehr ziehen lassen.

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Die iOS-Benachrichtigungen machten zwar Änderungen am SimpleX-Protokoll nötig, es bleibt jedoch vollständig kompatibel zur Version 1.0.0: Bei der Kommunikation mit einem älteren Client weicht die Software schlicht auf die neueste gemeinsame Version des Protokolls aus. Darüber hinaus soll SimpleX 3.0 Nachrichten deutlich schneller übertragen und weniger Rechenleistung des Clients abfragen müssen.

Noch in einem frühen Stadium befinden sich die neuen Ende-zu-Ende-verschlüsselten Videoanrufe auf WebRTC-Basis. Die Verbindung kommt über einen SimpleX-Relay-Server oder direkt Peer-to-Peer zustande. Künftig sollen Nutzer optional ihre eigenen Server hierfür konfigurieren können. Alle Informationen zum Update finden sich in den Release Notes.

SimpleX startete erst Anfang 2022 mit der Version 1.0.0, der Terminal-Anwendung stellte das Projekt im März Apps für iOS und Android zur Seite. Sowohl die Server- als auch die Client-Programme erscheinen als Open-Source-Software. Von anderen freien Chat-Plattformen wie Matrix unterscheidet sich SimpleX insbesondere durch den Verzicht auf eine zentrale Identität, durch die die Entwickler die Anonymität der Nutzer nicht garantiert sehen.

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(fo)