Dart-Sonde: Auch Weltraumteleskope Hubble und James Webb zeichnen Kollision auf

Auch Tage nach der Kollision der NASA-Sonde Dart mit dem Asteroiden Dimorphos gibt es noch neue Bilder der Folgen. Ein Forscher gibt sich "schockiert".

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(Bild: NASA, ESA, CSA, and STScI)

Hubbles Aufnahmen der Folgen der Kollision

(Bild: NASA, ESA, and STScI)

Auch die beiden Weltraumteleskope Hubble und James Webb (JWST) haben die Kollision der NASA-Sonde Dart mit dem Asteroiden Dimorphos und die unmittelbaren Folgen beobachtet. Dabei gemachte Aufnahmen hat die Europäische Weltraumagentur ESA jetzt veröffentlicht. Es handle sich um mehr als nur Meilensteine in der Geschichte beider Instrumente. Anhand der Beobachtungen in unterschiedlichen Wellenlängen könne etwa ermittelt werden, wie viel großes und feines Material dabei aus dem Himmelskörper geschlagen wurde. Das JWST hat demnach insgesamt 10 Aufnahmen gemacht, Hubble sogar 45. Dass sie so unterschiedlich aussehen, liegt an den unterschiedlichen Beobachtungstechniken.

Webbs Aufnahmen

(Bild: NASA, ESA, CSA, and STScI)

Die Beobachtungen des Asteroidensystems durch die beiden Weltraumteleskope hat die Verantwortlichen vor ganz spezielle Herausforderungen gestellt, erläutern sie jetzt. So ist der Asteroid Didymos mit seinem Mond Dimorphos für das Weltraumteleskop James Webb eigentlich viel zu schnell unterwegs. In den vergangenen Wochen habe man extra neue Methoden entwickelt, um ihn trotzdem beobachten zu können. Hubble wiederum konnte die Kollision nicht direkt beobachten, weil die Erde im Weg war. Stattdessen hat das Weltraumteleskop vorher Aufnahmen gemacht und dann 15 Minuten nach dem Ende der Dart-Sonde.

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Die jetzt veröffentlichten Aufnahmen zeigen erneut die Streifen an hochgeschleudertem Material, die schon auf den Aufnahmen der kleinen Sonde LICIACube zu sehen waren. Erste Äußerungen von Astronomen und Astronominnen deuten darauf hin, dass der beobachtete Hergang für sie unerwartet war. Bei bisherigen Experimenten habe man nichts dergleichen gesehen, schreibt etwa Phil Metzger von der University of Central Florida. Genau deshalb mache man aber solche Experimente. Auf den Hubble-Bildern ist das Doppelasteroidensystem Didymos nach der Kollision dreimal heller geworden als vorher, erklärt die ESA noch. Auch später sei er nicht wieder abgedunkelt. Hubble soll das System in den kommenden Wochen weiter im Blick behalten.

Dart (Double Asteroid Redirection Test) ist in der Nacht zum Dienstag pünktlich um 01:14 Uhr MESZ in den Mond Dimorphos gerast, der Didymos umkreist. Bis kurz vor dem Einschlag hat die Sonde selbst jede Sekunde ein Foto geschickt. Mit der Kollision wollte die NASA ein Konzept zur Asteroidenabwehr testen. Die Hoffnung ist, dass ein für die Erde gefährlicher Asteroid durch solch einen Einschlag so weit abgelenkt werden könnte, dass er unseren Heimatplaneten verfehlt. Die Dart-Sonde sollte mit einer Geschwindigkeit von 6 km/s (21.600 km/h) in den kleinen Mond Dimorphos krachen und dessen Umlaufbahn dadurch minimal verändern. Beide Asteroiden stellen keine Gefahr für die Erde dar, was sich auch durch die Kollision nicht ändern wird.

(mho)