Das Auge klickt mit: Forscher stellen Ein-Hand-Bedienung großer Smartphones vor

Bei EyeMU handelt es sich um eine Mischung aus Blickkontakt und Gestensteuerung. Handelsübliche Smartphones bringen die nötige Hardware ab Werk mit.

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Steuerung eines Smartphones per Blickkontakt

(Bild: Carnegie Mellon University)

Von
  • Malte Kirchner

US-amerikanische Forscher haben eine neue Art der Bedienung von Smartphones per Blickkontakt und Gesten vorgestellt, die vor allem Nutzer großer Smartphones den Gebrauch der Geräte erleichtern könnte. Per Augenerkennung wird eine Art Cursor auf dem Bildschirm bewegt. Um Aktionen auszulösen, schwenkt der Nutzer das Gerät kurz nach links oder rechts oder zieht es an sich heran. Auf diese Weise ist wieder eine Ein-Hand-Bedienung möglich, wie sie früher bei kleineren Smartphones üblich war.

Das Besondere an EyeMU von der Future Interfaces Group vom Human-Computer Interaction Institute (HCII) der Carnegie Mellon University in Pittsburgh ist, dass der Prototyp mit handelsüblichen Smartphones realisiert wurde.

Die Kamera auf der Vorderseite und die eingebauten Bewegungssensoren erwiesen sich nach Aussage der Forscher als ausreichend leistungsfähig. Die Software zur Steuerung des Cursors auf dem Bildschirm wurde selbst entwickelt, nachdem zunächst das Tool Face Mesh von Google verwendet wurde, um die Blickmuster von Nutzern zu untersuchen.

"Wir haben uns die Frage gestellt: Gibt es einen natürlicheren Mechanismus für die Interaktion mit dem Telefon?", erläutert Karan Ahuja, Doktorand im Bereich Mensch-Computer-Interaktion, den Entstehungsprozess von EyeMU. Die heutige gängige Touch-Steuerung von Smartphones und Sprachsteuerung gelten bereits als natürliche Steuerung. Doch bevor der Mensch etwas anfasse, schaue er es an, schlussfolgerten die Forscher.

Viele Versuche mit der Augensteuerung scheitern am sogenannten Midas-Touch-Problem, sagt Professor Chris Harrison. Wenn überall, wo der Nutzer hinschaut, eine Aktion ausgelöst werden würde, öffneten sich zu viele Anwendungen gleichzeitig.

Angesichts dessen erfolgt in EyeMU die Auswahl mit dem Auge, doch die Aktion selbst wird erst durch eine Handgeste ausgelöst. So wählt der Nutzer beispielsweise ein Foto mit den Augen aus und vergrößert es durch Heranziehen des Smartphones an den Körper.

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(mki)