Databricks erhält Finanzspritze von einer Milliarde US-Dollar

Üppig ausgestattet mit Risikokapital bereitet sich das Unternehmen hinter dem Big-Data-Framework Apache Spark auf einen Börsengang vor.

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(Bild: ITTIGallery/Shutterstock.com)

Von
  • Matthias Parbel

Im Zuge einer Series-E-Finzanzierungsrunde konnte sich Databricks nicht nur eine Milliarde US-Dollar frisches Kapital sichern, sondern auch eine Reihe weitere Investoren gewinnen. Franklin Templeton, Canada Pension Plan Investment Board, Fidelity Management and Research sowie Whale Rock Capital Management ergänzen die Kapitalgeber rund um Amazon Web Services (AWS), Salesforce Ventures, Andreessen Horowitz und Microsoft. Mit einem geschätzten Marktwert von rund 28 Milliarden US-Dollar ist das Unternehmen hinter dem Big-Data-Framework Apache Spark nun gut gerüstet für einen Börsengang – über den bereits seit Ende 2019 spekuliert wird.

Mit seiner sogenannten Lakehouse-Architektur für die Datenanalyse in der Cloud will Databricks die Brücke zwischen der traditionellen Business-Intelligence-Welt und zeitgemäßen Machine-Learning-Anwendungen schlagen. Der Ansatz kombiniert dazu die individuellen Vorteile von Data Lakes mit denen von Data Warehouses. So sollen die für Machine-Learning- und Data-Science-Anwendungen notwendige, kostengünstige Bereitstellung überwiegend unstrukturierter Daten in Data Lakes mit der strukturierten und auf höchste Leistung optimierten Datenhaltung im Data Warehouse verschmelzen.

Dass die Lakehouse-Architektur offenbar erfolgreich mit Cloud Data Warehouses etablierter Cloud-Provider wie AWS, Google und Microsoft konkurrieren kann, machen einerseits die kontinuierlich steigenden Umsätze von Databricks deutlich, anderseits aber auch schlicht die Tatsache, dass solche Konkurrenten sich als Investoren bei dem erst 2015 von Apache-Spark-Entwicklern gegründeten Unternehmen engagieren. Darüber hinaus existieren aber auch enge Partnerschaften, wie die Kooperation mit Microsoft beim Daten- und KI-Dienst Azure Databricks.

Das letzte Quartal des Geschäftsjahrs 2020 schloss Databricks mit einem regelmäßigen jährlichen Umsatz von 425 Millionen US-Dollar ab (Annual Recurring Revenue – ARR) – und damit 75 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Um rund 75 Millionen US-Dollar steigerte Databricks den Umsatz gegenüber dem dritten Geschäftsquartal 2020. CEO Ali Ghodsi, der sich bereits nach der letzten erfolgreichen Finanzierungsrunde 2019 über das überdurchschnittliche Wachstum seines Unternehmens freuen konnte, erklärte gegenüber Medienvertretern, das die aktuelle Finanzspritze primär in die Weiterentwicklung des Lakehouse-Frameworks investiert werden solle. Aber auch Übernahmen, der Ausbau des Ingenieursteams sowie die internationale Expansion sollen vom frischen Kapital profitieren.

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Über einen Börsengang von Databricks wird bereits seit Längerem spekuliert, nun scheinen sich die Anzeichen für einen IPO noch in diesem Jahr zu verdichten. Eine konkrete Aussage seitens des Unternehmens gibt es allerdings noch nicht. Weitergehende Informationen zur aktuellen Finanzierungsrunde und der damit verbundenen Strategie von Databricks finden sich in der offiziellen Mitteilung sowie im Blog des Unternehmens.

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