Datenschutzlabels für iPhone und iPad: Google lässt sich weiter Zeit

Seit Dezember müssen Entwickler beim Einreichen neuer Apps oder Updates im App Store auch mitteilen, welche Informationen sie sammeln. Der Suchriese zögert.

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Google-Produkt auf dem iPhone, hier Chrome.

(Bild: Google)

Von
  • Ben Schwan

Eigentlich ist Google beim Aktualisieren seiner Apps für iPhone und iPad nicht faul – regelmäßig gibt es Updates mit neuen Funktionen und Fehlerbehebungen. Doch seit Dezember tut sich bei beliebten Anwendungen wie Chrome, Maps, Gmail, YouTube oder Drive gar nichts mehr. Sie verbleiben auf dem alten Stand. Beim Browser Chrome könnte das potenziell sogar dazu führen, dass die App noch unbekannte Sicherheitslücken aufweist – die Anwendung wurde zuletzt am 23. November von Google angefasst, eine kleine Ewigkeit.

Viele der Google-Apps wurden zuletzt am 7. Dezember aktualisiert. Das wiederum ist genau ein Tag vor dem offiziellen Beginn von Apples frisch eingeführter Pflicht, sogenannte Datenschutzlabels zu publizieren. Die Idee dabei ist mehr Transparenz. Apps sollen Nutzern im App Store schon vorab Auskunft darüber geben, welche Daten gesammelt werden, damit diese gegebenenfalls vom Download absehen können.

Der Konzern teilt die Datenschutzinfos in die Sektionen "Daten, die zum Tracking deiner Person verwendet werden", mit dem Nutzer "direkt verknüpfte" sowie "nicht verknüpfte" Daten auf. Im Bereich "Tracking" müssen App-Anbieter das potenzielle Erstellen von Nutzerprofilen zu Werbezwecken offenlegen, mit dessen Hilfe die in einer iOS- oder iPadOS-Software gesammelten Informationen mit Daten aus anderen Apps oder sogar von Websites und Offline-Angeboten kombiniert werden.

Vorwürfe, Google könne seine Updates wegen Apples neuer Datenschutzlabels verzögern, gab es bereits zu Jahresbeginn. Damals teilte der Konzern allerdings mit, man plane, den eigenen iOS-App-Katalog mit den Datenschutzlabels zu versehen, wie ein Google-Sprecher gegenüber einem US-Medium mitteilte. Erste Google-Software werde ihre Datenzugriffe schon in den nächsten Tagen in Label-Form aufführen. Genau das ist allerdings bislang nicht passiert. Stattdessen erschienen sogar noch zwei neue Google-Apps nach dem 8. Dezember, die die Datenschutzlabels nicht aufweisen. Sie könnten aber auch schlicht in Apples App Review steckengeblieben, also noch vor dem 8. Dezember eingereicht worden sein.

Dennoch verwundert, dass der Suchriese auch noch Ende Januar die Füße still hält und keine seiner wichtigsten Apps aktualisiert hat. Es ist unklar, welche Auswirkungen die Einführung der Datenschutzlabels auf Downloadzahlen hat. Allerdings werden sie von Apple durchaus prominent aufgeführt – und nicht etwa im Kleingedruckten. Möglicherweise befinden sich Googles Datenschutzanwälte, bekanntlich Meister ihres Fachs, noch in einem Abstimmungsprozess, was denn genau offengelegt werden muss.

(bsc)