Dell: Iaas, PaaS, SaaS sind passé, Projekt APEX schluckt gleich die komplette IT

Geht es nach Dell, ist der Cloud-Zoo Schnee von gestern. Projekt APEX soll stattdessen die komplette IT-Infrastruktur und alle Firmendienste im Blick behalten.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 16 Beiträge

Keine falsche Bescheidenheit, Projekt APEX umfasst alles.

(Bild: Dell Inc.)

Von
  • Harald Weiss

Eine umfangreiche Neuorientierung seiner Produkt- und Service-Strategie hat Dell Technologies auf seiner diesjährigen Kundenveranstaltung vorgestellt. Das neue Projekt APEX zielt darauf ab, in Zukunft Alles-as-a-Service anzubieten. Zentrales Element dafür ist eine neue Cloud-Konsole, die als Steuerungs-Layer für alle On-Premise- und Multi-Cloud-Deployments dienen soll.

Hintergrund ist, dass Multi-Cloud-Umgebungen in Verbindung mit den neuen Pay-as-you-Go und On-Premises-Einrichtungen erheblichen Cloud-Management-Aufwand benötigen. Und diese Lücke bei der Administration will Dell jetzt besetzen, um sich als Platzhirsch für die gesamte IT-Landschaft zu etablieren. „Project Apex bietet den Kunden ein einfaches und konsistentes Management-Tool für alle PCs und die gesamte IT-Infrastruktur“, sagte Dell-CTO Jeff Clarke. Damit meint er: Das Angebot reicht vom Storage über Server und die Netzwerkinfrastruktur sowie komplette hyperkonvergente Systeme bis hin zu den PCs.

APEX ist die konsequente Fortsetzung von Dell Technologies on Demand, einer Infrastruktur, die vor einem Jahr auf den Markt kam. Bei ihr handelt es sich um eine von Dell betriebene Private Cloud mit verbrauchsabhängigen Preisen. Projekt APEX erweitert jetzt diese um ein Multi-Cloud-Management. Später sollen dann hier auch die anderen Infrastruktur-Elemente und sogar neue vertikale Dienste – beispielsweise SAP-as-a-Service oder VDI – hinzukommen.

In der neuen Cloud-Konsole soll der Systemverwalter alles vom Client bis zu den SAP-Diensten administrieren können.

(Bild: Dell Inc.)

Die neue Cloud-Konsole soll alle genutzten Cloud-Plattformen und die On-Premise-Geräte administrieren, die sie ebenfalls als Service verwaltet. Dazu stellt die Konsole eine Verbindung zu den drei großen Public-Cloud-Providern her. Somit wäre APEX fortan die einzige Schnittstelle, die das gesamte IT-Inventar führt, wo alle Abrechnungen auflaufen und über die sich alle weiteren Ressourcen im Blick behalten lassen.

In Europa soll die Cloud-Konsole im ersten Quartal 2021 erscheinen. Ebenfalls noch im ersten Halbjahr 2021 soll Storage-as-a-Service (STaaS) als Teil von APEX auf den Markt kommen. Damit bietet das Unternehmen ein On-Premises-as-a-Service-Portfolio aus skalierbaren Storage-Ressourcen an, das Services für Block- und File-Daten unterstützt und eine umfassende Palette an Enterprise-Features bereitstellt. Das alles rechnet Dell über eine Cloud-ähnliche Preisgestaltung ab.

Mit diesen Ankündigungen der Dell World schließt der Anbieter zu HPE auf, das im vorigen Jahr mit Greenlake ein ähnliches Angebot auf den Markt gebracht hat. HPE-CEO Antonio Neri hatte damals ebenfalls angekündigt hat, dass man „ab 2022 das komplette Produkt-Portfolio ‚as-a-Service‘ anbieten wird“. Die Strategie beider Unternehmen ist jedoch dieselbe: Mit diesen Konzepten wollen die klassischen Infrastrukturanbieter wieder einen Teil des an die Cloud verloren gegangenen Geschäfts zurückgewinnen.

(fo)