Dells Apex bietet Portfolio-as-a-Service

IT-Infrastruktur als Dienst anzumieten, hat sich zu einem bedeutenden Trend entwickelt. Der jüngste Vorstoß kommt von Dell.

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Dell

(Bild: Shutterstock)

Von
  • Harald Weiss

Gartner meint, dass bis 2023 über 40 Prozent aller neuen Storage-Kapazitäten angemietet werden – derzeit sind es nur knapp 15 Prozent. Und IDC glaubt, dass 2024 die Hälfte aller Rechenzentrums-Infrastrukturen per Pay-as-you-go abgerechnet werden. Dieser Trend zu Infrastructure-as-a-Service ist auch bei den Anbietern deutlich erkennbar. So kündigte Dell im vergangenen Oktober das Projekt Apex an, mit dem das Unternehmen in Zukunft sein gesamtes Produktportfolio "as-a-Service" bereitstellen will.

Damals war der Plan noch sehr vage formuliert. Doch auf der Technologies World wurde man konkreter. So besteht Apex derzeit aus den fünf Bereichen Infrastruktur-Services, Cloud-Services, Custom-Solutions, einer Kooperation mit dem weltweiten RZ-Netzwerk von Equinix sowie der Apex-Konsole. "Alle unsere weiteren Serviceangebote werden ein Teil von Apex sein", sagte Dell-CTO Jeff Clarke in seiner Keynote. Das wesentliche Merkmal aller Dienste sind die Ähnlichkeiten zu den bekannten Cloud-Angeboten, wie Pay-as-you-go, hohe Skalierbarkeit und weitreichende Flexibilität. Das heißt, auch wenn sich die Infrastruktursysteme in den eigenen Räumen befinden, werden sie von Dell installiert und administriert.

Alle Dienste verwaltet der Kunde über die Apex-Konsole. Hier bekommt er Abos, Verbrauch und Usage-Konflikte sowie Problemlösungen angezeigt.

(Bild: Dell 2021)

Das erste Angebot in der Kategorie Infrastruktur ist der Data Storage Service. Man reserviert mit fünf Klicks: Storage-Art (File/Block), Storage-Tier (1-2-3), Mindestkapazität, Vertragslaufzeit und Location (RZ, Edge, Equinix). "Der einfache Bestellvorgang bedeutet, dass komplexe Beschaffungsvorgänge entfallen; und wir gehen davon aus, dass wir alle Bestellungen in 14 Tagen abwickeln können", sagte Travis Vigil, Senior Vice President Product Management bei Dell, in seinem Vortrag. Zu dieser Installation gehört immer ein Overprovisioning zum Ausgleichen von Bedarfsschwankungen. Trotzdem soll der Kunde stets nur das bezahlen, was er auch genutzt hat.

Die zweite Kategorie besteht aus den zwei Untergruppen Apex Hybrid Cloud und Apex Private Cloud. Auch hier sagt Vigil, dass man alles innerhalb von 14 Tagen installieren und anschließend administrieren kann. Abgerechnet wird ebenfalls nach Verbrauch. Für das Managen der Anwendungen kommt VMware zum Einsatz. Damit besteht eine hohe Durchgängigkeit zu den großen Public-Cloud-Providern, die ebenfalls alle eine VMware-Plattform anbieten. "Zusammen mit VMware bieten wir eine sichere Multi-Cloud-Plattform für die digitale Transformation – daran wird sich auch nichts ändern", lautete Michael Dells Commitment, das nach der Trennung von der einstigen Tochter besondere Bedeutung hat.

Wem die bisherigen Apex-Standard-Angebote zu starr sind, kann sich in der dritten Kategorie, den Custom-Solutions, bedienen. Hier sind praktisch alle Dell-Produkte als Dienstleistung verfügbar. Laut Vigil können sich die Kunden genau das zusammenstellen, was sie benötigen. Das Angebot reicht von Servern, Storage und Netzwerkequipment bis hin zu hyperkonvergenten Infrastrukturen. Auch bei diesen maßgeschneiderten Angeboten gelten die oben erwähnten Nutzungs- und Bezahlmodelle.

Letztlich kommt noch die Kooperation mit Equinix hinzu, die aber mehr unter dem Aspekt der Administration zu betrachten ist. Wer Teile seiner Apex-Infrastruktur dort angesiedelt haben möchte, erhält auch weiterhin nur eine Rechnung von Dell, statt einer Abrechnung von Equinix. Außerdem hat man über das RZ-Netzwerk von Equinix Zugang zu großen Public-Cloud-Providern wie AWS, GCP, Azure, Alibaba, Salesforce sowie den Cloud-Diensten von Oracle und IBM. Hierzulande betreibt Equinix vier Rechenzentren in Düsseldorf, Frankfurt, München und Hamburg.

(jd)