Deloitte-Umfrage: 15 Prozent der Deutschen wollen ein Elektroauto kaufen

Klimaschutz ist ein wichtiges Argument für Deutsche, die ein E-Auto kaufen wollen. Allerdings sollte es mit einer Ladung 600 km weit kommen können.

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(Bild: Deloitte)

Von
  • Andreas Wilkens

Vollelektrisch betriebene Autos (BEV) kommen für 15 Prozent der Verbraucher und Verbraucherinnen in Deutschland als ihr nächstes Fahrzeug infrage. 12 Prozent würden sich einen Plug-in-Hybriden (PHEV) zulegen, 18 Prozent einen Hybridelektrischen (HEV). Das ist ein Ergebnis einer Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte, die dafür 26.000 Menschen in 25 Ländern befragt hat, davon 1500 in Deutschland.

Zu einem Diesel oder Benziner neigen demnach 49 Prozent der deutschen Befragten, das sind 20 Prozentpunkte weniger als die 69 Prozent der befragten US-Amerikaner, die diese Option gewählt haben. Dementsprechend würden 5 Prozent der US-Amerikaner einen BEV kaufen, 5 Prozent einen PHEV und 17 Prozent einen HEV. Das Interesse an Vollelektrischen ist unter den von Deloitte für ihre Global Automotive Consumer Study (PDF) näher betrachteten sieben Ländern in China und Südkorea größer, wo 17 beziehungsweise 23 Prozent einen BEV als ihr nächstes Auto angaben.

Wichtigste Argumente in Deutschland für den Kauf eines BEV sind ähnlich wie in den anderen sechs Ländern Klimaschutz, die Erwartung, weniger für den Treibstoff zu bezahlen, und staatliche Förderung. Weniger wichtig waren den Befragten hierzulande, dass Elektroautos nicht so viel gewartet werden müssen, für Verbrenner zusätzliche Abgaben anfallen könnten und das Fahren bequemer ist. In China ist diese "driving experience" hinter dem Umweltschutz das zweit meistgenannte Argument.

Wenn die Stromkosten für die Mobilität ein ähnliches Niveau wie die Preise für fossile Brennstoffe erreichten, würden von den 307 Deutschen, die ein BEV oder PHEV kaufen wollen, 41 Prozent die Entscheidung revidieren. In China beträgt dieser Prozentsatz 24, in Japan 35 Prozent.

24 Prozent der Deutschen, die kein Elektroauto kaufen wollen, gaben als Hauptargument hier die Reichweite an. 14 Prozent fehlt es an geeigneter Ladeinfrastruktur und 12 Prozent sind Elektroautos zu teuer. Ein voll geladenes Elektroauto sollte nach Meinung der Deutschen wenigstens 600 km weit fahren können. Chinesen und Japaner erwarten hier gut 400 km, US-Amerikaner wenigstens 800 km.

70 Prozent der Deutschen, die ein Auto mit Elektroantrieb kaufen wollen, würden dies daheim aufladen, 13 Prozent am Arbeitsplatz und 17 Prozent an der öffentlichen Ladestation. Von denjenigen, die ihr PHEV oder BEV nicht zu Hause aufladen wollen, geben in Deutschland 35 Prozent an, eine Ladestation könne an ihrem Wohnort nicht installiert werden, 28 Prozent schrecken die Installationskosten ab.

Die wichtigsten E-Autos (54 Bilder)

Audi Q4 e-tron

(Daten, Stand: 14.09.21)


Spitzenleistung 125 - 220 kW

Dauerleistung 70 bzw. 77 kW

Batteriekapazität brutto/netto 55/51,5 kWh (Q4 e-tron 35) bzw. 82/76,6 kWh

max. Ladeleistung Wechselstrom 7,2 kW (e-tron 35) bzw. 11 kW

max. Ladeleistung Gleichstrom  110 kW (Q4 e-tron 35) bzw. 125 kW


Reichweite (WLTP)  306 km (e-tron 35 min.) bis 521 km (e-tron 40 max.)


Stromverbrauch (WLTP kombiniert) 17,0 (e-tron 35 min.) bis 21,3 kWh/100 km (e-tron 45 u. 50 quattro max.)


Höchstgeschwindigkeit: 160 (Modelle mit Hinterradantrieb) bzw. 180 km/h (quattro-Modelle)


Kofferraumvolumen: 520 - 1490 Liter


Grundpreise (brutto, Stand: 29.07.21): 41.900 bis 53.600 Euro
(Bild: Audi )

Um angesichts der Coronavirus-Pandemie öffentliche Verkehrsmittel vermeiden zu können, überlegen 11 Prozent der Befragten in Deutschland, sich ein eigenes Auto zu kaufen. In Japan sind es 10 Prozent, dem gegenüber steht Indien, wo es 45 Prozent sind. Insgesamt ist die Neigung, am liebsten mit dem eigenen Auto unterwegs zu sein, in den USA am größten; dort präferieren dies 76 Prozent der Befragten. In Deutschland sind es 67 Prozent, hingegen in Indien 43 Prozent.

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(anw)