Demenz-Früherkennung: Apple Watch soll abnehmende Denkleistung erfassen

Ein Biotech-Konzern lotet gemeinsam mit Apple aus, ob Watch und iPhone kognitive Beeinträchtigungen frühzeitig erfassen können – zur Demenz-Prävention.

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(Bild: dpa, Monica Davey)

Von
  • Leo Becker

Eine Studie will klären, ob sich Smartwatch und Smartphone zur Überwachung der Gedächtnisleistung einsetzen lassen: Der Biotech-Konzern Biogen hat in Zusammenarbeit mit Apple eine breit angelegte Studie zur Erfassung "digitaler Biomarker" aufgelegt, die eine möglichst frühzeitige Erkennung einer abnehmenden Denkleistung ermöglichen soll, speziell wolle man so leichte kognitive Beeinträchtigung (Mild Cognitive Impairment – MCI) ermitteln.

Eine abnehmende Denkleistung könne ein erstes Zeichen für Demenz und neurodegenerative Erkrankungen wie die Alzheimer-Krankheit sein, wie der Biotech-Konzern mitteilte. Eine frühe Erkennung gestützt durch Geräte wie Apple Watch und iPhone ermögliche eine schnellere Diagnose und ein zeitiges Gegensteuern und könne damit letztlich auch eine Entlastung von Gesundheitssystemen darstellen.

Eine abnehmende Gedächtnisleistung betreffe rund 15 bis 20 Prozent aller Personen über 65 Jahre, merkt Biogen an, die Symptome seien gewöhnlich aber subtil und würden teils erst nach Jahren diagnostiziert.

Die auf mehrere Jahre angelegte Beobachtungsstudie soll im weiteren Verlauf des Jahres 2021 gestartet werden – per App. Apple-Nutzer können sich bei Interesse zu einer Teilnahme anmelden, alle Altersgruppen sind zugelassen, so Biogen, vermutlich aber nur Nutzer in den USA.

Details zum Studienaufbau liegen noch nicht vor, entsprechend bleibt offen, ob etwa auch Sensoren der Apple Watch zur Überwachung der Gedächtnisleistung herangezogen werden sollen. Man wolle die Denkleistung erfassen, wenn sich die Teilnehmer mit "Apple Watch und iPhone befassen", erläuterte Apples COO Jeff Williams, der auch die Health-Initiativen des Konzerns leitet, nur knapp.

Apple führt gemeinsam mit Forschungseinrichtungen eine ganze Reihe an Studien durch, die meist auch die Apple Watch als Gerät zur Datenerfassung heranziehen – so wird derzeit etwa auch in Hinblick auf eine Schlaganfall-Vorbeugung geforscht. US-Nutzern bietet Apple eine eigene "Research-App" an, die einen Überblick der laufenden Studien gibt – und die Option zur Teilnahme.

(lbe)