Desktop-Grafikkarten: Umsatz binnen eines Jahres verfünffacht

Der Markt für Desktop-Grafikkarten und Notebook-Grafikchips boomt. AMD (Radeon) hat Nvidia (GeForce) im ersten Quartal 2021 wieder Marktanteile abgeknöpft.

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(Bild: c't)

Von
  • Mark Mantel

Für PC-Spieler ein Grauen, für Unternehmen ein Geldsegen: Hersteller von Desktop-Grafikkarten und Händler profitierten im ersten Quartal 2021 mit einem Umsatz von 12,5 Milliarden US-Dollar von der schlechten GPU-Verfügbarkeit – ein Plus von 360 Prozent verglichen mit Anfang 2020. Aufgrund des weltweiten Chip- und Komponentenmangels sowie durch die hohe Nachfrage von Krypto-Minern übersteigt die Nachfrage nach Grafikkarten das Angebot, infolge fallen die Preise hoch aus.

AMD und Nvidia bekommen derweil keine größeren Stücke vom Kuchen ab, da die zwei Firmen ihre GPUs zu Festpreisen an andere Hersteller verkaufen – häufig im Bundle mit Speicherbausteinen. Marktforscher Jon Peddie Research resümiert, dass selbst eine Einsteiger-Desktop-Grafikkarte zum Jahresanfang durchschnittlich fast 500 US-Dollar gekostet hat.

Aufgrund der unbedienten Nachfrage blieb der traditionelle Verkaufsrückgang im ersten Quartal 2021 aus: Hersteller haben 7,1 Prozent mehr Desktop-Grafikkarten verkauft als Ende 2020. Im Jahresvergleich stieg die Anzahl um 24,4 Prozent.

AMD hat den Abwärtstrend der eigenen Radeon-Modelle gestoppt und Nvidia drei Prozentpunkte Marktanteile abgenommen. Radeon-GPUs für Desktop-PCs kamen somit auf 20 Prozent, GeForces analog auf 80 Prozent (Q4/2020: 17 zu 83 Prozent). Anfang 2020 stand es noch 31 zu 69 Prozent. Desktop-Grafikkarten und Notebook-Grafikchips zusammenaddiert, kam AMD laut Jon Peddie Research im ersten Quartal 2021 auf 19 Prozent, Nvidia auf 81 Prozent (Q4/2020: 18 zu 82 Prozent).

Nimmt man Prozessoren mit integrierter Grafikeinheit in die Gleichung auf, wuchs der Markt binnen eines Jahres um fast 39 Prozent auf 119 Millionen verkaufte PC-Kombiprozessoren und Grafikchips. Verglichen mit Ende 2020 sanken AMDs Auslieferungen um 1 Prozent – das Unternehmen hat also weniger CPUs mit integrierten GPUs verkauft.

Intels Verkäufe sanken minimal um 0,3 Prozent, Nvidias stiegen um 3,9 Prozent. Folglich hat Nvidia den eigenen Marktanteil von rund 14,6 auf 15,2 Prozent erhöht. AMDs sank minimal auf 16,7 Prozent. Da Intel in den meisten Prozessoren eine Grafikeinheit integriert, kommt die Firma auf einen hohen Marktanteil von 68,2 Prozent.

(mma)