Deutsche Bahn zeigt stufenlosen ICE L und kündigt Preiserhöhungen an

Die Bahn hat einen neuen ICE für ihren Fuhrpark vorgestellt. Der Einstieg soll leichter möglich sein als in anderen Schnellzügen der Bahn.

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Steuerwagen des ICE L.

(Bild: Deutsche Bahn / Oliver Lang)

Die Deutsche Bahn will ab Oktober 2024 schnelle Fernzüge einsetzen, deren Einstiege stufenlos sind. 23 Exemplare der deshalb "ICE L" (für "low floor") genannten Züge hat die Bahn beim spanischen Hersteller Talgo geordert und nun einen davon vorgestellt. Dabei kündigte DB-Personenfernverkehrsvorstand Michael Peterson an, dass sein Unternehmen wegen gestiegener Energiekosten die Fahrpreise erhöhen werde. Ende September wolle sein Unternehmen die neuen Preise bekannt gegeben.

Der neue Zug besteht aus einer neu entwickelten Mehrsystemlok, 17 Reisezugwagen mit 562 Sitzplätzen, Restaurantwagen und einem Steuerwagen. Er kann maximal 230 km/h schnell fahren. "Mit der Mehrsystemlok ist der Einsatz des ICE L auch im grenzüberschreitenden Verkehr möglich", erläutert die Bahn. So könne der ICE L nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch problemlos durch die Niederlande nach Amsterdam fahren.

Die Bahn plant nämlich, die ICE L ab Oktober 2024 zwischen Berlin und Amsterdam einzusetzen. Ab Juni 2025 sollen dann alle Verbindungen auf dieser zweistündlichen Linie mit dem ICE L gefahren werden. Daneben sollen die neuen Züge auch auf den touristischen Verbindungen nach Sylt und nach Oberstdorf verkehren, und zwar ab 2026. Die Reisezugwagen können neben der Lok von Talgo auch mit anderen Loktypen gekuppelt werden und so auch auf nicht-elektrifizierten Strecken mit Zweikraftloks fahren, die einen Dieselmotor haben.

Nach einiger Kritik am Sitzkomfort in jüngsten Neuvorstellungen der Bahn hat der Konzern offenbar reagiert und einen "neu entwickelten Sitztyp" vorgestellt. Zuvor haben nach Angaben des Unternehmens 800 Probanden und Probandinnen drei Modelle verschiedener Hersteller Probe gesessen. "Der dabei am besten beurteilte Sitz wurde im Anschluss grundlegend weiterentwickelt im Hinblick auf Ergonomie, Komfort, Kinematik, und Design", schreibt die Bahn.

ICE L (25 Bilder)

Besonderes Kennzeichen des ICE L ist der stufenlose Einstieg.
(Bild: Deutsche Bahn / Oliver Lang)

Neben 85 Sitzplätzen in der 1. und 477 in der zweiten Klasse hat der ICE L acht Plätze für Fahrräder und drei für Rollstühle, an denen es höhenverstellbare Tische gibt. 46 Plätze gibt es im Familien-, neun im Kleinkindabteil. Für mobilen Empfang sollen "mobilfunkdurchlässige" Fensterscheiben sorgen.

"Wer mehr Menschen für die klimafreundliche Schiene begeistern will, muss eine Reise mit der Bahn noch komfortabler und inklusiver gestalten", schreibt die Bahn. Durch seinen stufenlosen Zugang an den Standardbahnsteigen im Fernverkehr mit einer Höhe von 76 cm sollen Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, großen Koffern, Kinderwagen, Fahrrad oder Rollator in den ICE L leichter einsteigen können. Und Reisende im Rollstuhl könnten erstmals ohne fremde Hilfe in einen ICE ein- und aussteigen.

Der stufenlose Einstieg soll in ICEs möglichst für die DB Standard werden. Noch stehen aber Lieferungen von Schnellzügen aus, die Einstiege mit Stufen haben.

(anw)