Deutsche Welle in der Türkei: Probleme beim Zugriff auf Internetseite

Es hat offenbar Probleme beim Zugriff auf die Seite der Deutschen Welle in der Türkei gegeben. Auch eine weitere Nachrichtenseite soll betroffen gewesen sein.

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Gab es einen Angriff auf die DW in der Türkei?

Gab es einen Angriff auf die Seite der DW in der Türkei?

Von
  • Tobias Knaack
  • mit Material der dpa

Das Internetangebot der Deutschen Welle (DW) in der Türkei war am Donnerstagabend offenbar von Problemen betroffen. Das berichtet die Nachrichtenagentur DPA. Demnach habe es Schwierigkeiten beim Zugriff auf das Internetangebot der DW gegeben. In einer Meldung der DPA heißt es, dass mehreren unbestätigten Berichten zufolge auch der US-Auslandssender Voice of America betroffen gewesen sein soll.

Der Hintergrund war zunächst unklar. Eine offizielle Erklärung der betroffenen Sender oder von türkischen Behörden lag zunächst nicht vor.

Dem deutschen Auslandssender und weiteren ausländischen Medien droht seit Februar eine Sperre ihres Online-Programms in der Türkei. Die türkische Rundfunkbehörde (RTÜK) hatte die Sender offiziell dazu aufgefordert, eine Lizenz für On-Demand-Angebote zu beantragen. Die Deutsche Welle hatte daraufhin angekündigt, gerichtlich dagegen vorzugehen.

Die Aufforderung zur Lizenzbeantragung beruht auf einer 2019 in Kraft getretenen Regelung. Die islamisch-konservative Regierung hat darüber eine weitreichende Kontrolle von Internet-Plattformen eingeführt, die Filme, Videos oder Radioinhalte verbreiten. Regierungsnahe Vertreter haben eine Mehrheit in dem RTÜK-Gremium.

Türkische Medien stehen zum Großteil unter direkter oder indirekter Kontrolle der islamisch-konservativen Regierung, auch Inhalte im Internet unterliegen starker Regulierung.

Die Deutsche Welle ist in Russland zu Beginn des Jahres, noch vor Beginn des Ukraine-Kriegs, unter Druck geraten und wurde mit Sanktionen belegt. Die Bundesregierung protestierte im Februar vehement gegen die von der russischen Regierung gegen den deutschen Auslandssender verhängten Beschränkungen. Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth, sah darin einen Anschlag auf die Pressefreiheit in einem Land, in dem diese nicht gegeben sei. Für das deutsche Außenministerium entbehren das Sendeverbot und die Schließung des Moskauer Büros des Senders "jeglicher Grundlage und stellen eine erneute Belastung für die deutsch-russischen Beziehungen dar".

(tkn)