Deutschland setzt auf mehr Unternehmergeist in der Raumfahrt

Die Bundesregierung geht davon aus, dass private Unternehmen ganz anders an die Herausforderungen der Raumfahrt herangehen und setzt darauf.

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(Bild: spainter_vfx/Shutterstock.com)

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  • dpa

Deutschland wünscht sich mehr Unternehmerlogik in der europäischen Raumfahrt. "Man merkt bei privatfinanzierten Unternehmen, dass da einfach ein ganz anderer Druck auf dem Kessel ist", sagte der Luft- und Raumfahrtkoordinator der Bundesregierung, Thomas Jarzombek, der Deutschen Presse-Agentur. Anders sei das bei Konstrukten, bei denen es am Ende eigentlich gar keine Rolle spiele, wann man da fertig werde, weil alle Beteiligten sowieso alle Rechnungen bezahlen.

Er befürworte die Idee, dass man etwa als Raketenbauer nicht immer selbst die gesamte Technik entwickeln müsse. "Stattdessen wollen wir Aufträge vergeben und eine Grundlage für Start-ups und Privatunternehmen schaffen", sagt Jarzombek. Neuere Unternehmen kauften sich beispielsweise in der Entwicklung Motoren zu – das wäre aktuell undenkbar. "Wir kämpfen für fairen Wettbewerb, für diskriminierungsfreie Bedingungen", betont Jarzombek. In der Raumfahrt habe es früher in der Regel nicht mehrere Anbieter gegeben. "In Bereichen, wo Altes auf Neues trifft, wird immer unter dem Tisch getreten – das ist einfach so."

Jarzombek sieht dabei auch die Europäische Weltraumorganisation ESA in der Pflicht. Diese müsse die Entwicklungen fördern. Dabei setzt er auch auf den neuen ESA-Direktor, Josef Aschbacher, der am 1. März sein Amt angetreten hat. Der Österreicher sei "eine hervorragende Wahl". Er habe die Leute überzeugt, weil er wirklich gut sei. "Er hat einen klaren Willen, die Dinge so zu gestalten, dass sie gut funktionieren."

(mho)