Deutschland soll jährlich mindestens 500.000 neue Wärmepumpen bekommen

Die Nachfrage nach Wärmepumpen steigt in Deutschland rapide. Zwei Ministerien haben sich deshalb mit der Branche zusammengesetzt.

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  • Andreas Wilkens

Ab 2024 sollen in Deutschland jährlich mindestens 500.000 neue Wärmepumpen installiert werden. Dafür haben die Bundesregierung sowie Vertreter aus der Wärmepumpenbranche und andere am Donnerstag eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Damit die "Wärmewende" gelingt, müssten Politik, Industrie, Fachhandwerk, Netzbetreiber und den Sozialpartner Hand in Hand arbeiten, heißt es in der Erklärung (PDF). Diese wurde am Donnerstag auf einem Wärmepumpengipfel mit Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) und Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) sowie 26 Vertreterinnen und Vertretern Unternehmen wie Verbänden der Wärmewirtschaft, des Handwerks, der Gewerkschaften und der Verbraucherschutzverbände vorgestellt.

Für einen Hochlauf der Wärmepumpen müssten die Produktionskapazitäten neu ausgerichtet und erhöht werden, heißt es in der Erklärung. Einen Schub müsse es auch geben in der Berufsqualifikation, dem Marketing und in der Ansprache der Bürger und Investoren. Geywitz betonte dabei, dass die Wärmwende bezahlbar und planbar sein müsse. "Wärmepumpen müssen sich auch jene leisten können, die mit schmalem Geldbeutel haushalten müssen."

Habeck erinnerte dabei an die bisherige starke Abhängigkeit von Russland. "Wenn wir uns konsequent aus der Klammer russischer Importe befreien wollen, dann dürfen wir nicht nur an den Stromsektor denken, sondern dann brauchen wir gerade auch den Wärmebereich." Der Koalitionsausschuss hatte am 23. März dieses Jahres beschlossen, dass ab dem 2024 möglichst jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden soll. Dafür würden schnell mehr Wärmepumpen gebraucht, sagte Habeck.

Das Interesse an Wärmepumpen sei zuletzt stark gestiegen, sodass es zu langen Lieferzeiten und Engpässen bei den Installationskapazitäten sowie bei den Netzanschlüssen kommen könne, teilen die beiden Ministerien mit. Daher hatten sie den Wärmepumpengipfel und die Absichtserklärung initiiert.

Sie besagt für die Bundesregierung, die Anreize zu verbessern, damit Wärmepumpenproduktion und -installation beschleunigt und Markthemmnisse in der Förderung und Regulierung abgebaut werden. Als Erstes soll ein "Aufbauprogramm Wärmepumpe" erarbeitet werden.

Die Hersteller versprechen, Produktionskapazitäten zu erweitern und Wärmepumpen so weiterzuentwickeln, dass sie einfacher schnell installiert werden können. Auch sollen Wärmepumpen einfacher und effizienter als bisher gesteuert werden können. Zudem wollen sich Hersteller und das Handwerk stärker dem Thema Einbau von Wärmepumpen im Gebäudebestand widmen und geeignete Systeme anbieten.

Damit ausreichend Fachkräfte die Anlagen herstellen und einbauen können, will die Bundesregierung Betriebe dabei unterstützen, die notwendigen Kompetenzen zu erwerben und Fachkräfte zu gewinnen. Dafür will sie Schulungen fördern und mögliche Verdienstausfälle kompensieren.

2021 wurden nach Angaben der Bundesregierung 154.000 Wärmepumpen installiert, das sind 28 Prozent mehr als 2020. Damit sei erstmals die Marke von einer Million in Deutschland installierten Wärmepumpen überschritten worden. Ihr Anteil an den neu installierten Heizungen betrug 2021 knapp 17 Prozent. Von insgesamt über 900.000 neuen Heizungen hatten Gasheizungen einen Marktanteil von rund 70 Prozent.

Eine Wärmepumpe hebt mithilfe von Strom sogenannte kalte Wärme auf ein Niveau, das im Haus zum Heizen der Räume und des Brauchwassers genutzt werden kann. Quellen kalter Wärme sind unter anderem das Grundwasser, Erdwärme oder die Umgebungsluft.

(anw)