Devolo gerettet: Sanierung abgeschlossen

Das deutsche Smart-Home-Unternehmen Devolo hat sein Schutzschirmverfahren beendet und schließt die Sanierung nach sechs Monaten erfolgreich ab.

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Devolo-Geäude

(Bild: Devolo)

Von
  • Andreas Knobloch

Der deutsche Marktführer der PowerLAN-Heimvernetzung, die Devolo AG aus Aachen, hat die Sanierung erfolgreich abgeschlossen. Das vor einem halben Jahr eingeleitete Schutzschirmverfahren wird Ende des Monats enden. Das gab das Unternehmen am Montag bekannt.

„Mit der Zustimmung der Gläubiger findet der von Sachverwalter Rüdiger Weiß ausgearbeitete Insolvenzplan nach nur sechs Monaten seinen Abschluss. Auch das Amtsgericht Aachen hat der Einigung bereits zugestimmt. Die Familie Harbers übernimmt mit eigenen Gesellschaften die Firmenanteile der devolo AG zum 1. November 2022. devolo steht nach der Sanierung wieder auf einem stabilen finanziellen Fundament“, heißt es in der Devolo-Mitteilung.

Darin wird Heiko Harbers, Vorstand der Devolo AG, mit zuversichtlichen Worten zitiert: „Die klare Botschaft lautet: devolo ist auf Kurs! Mit unserem Investment hat devolo eine hervorragende strategische Perspektive – national wie international. Unsere Wachstumspläne werden in den nächsten Jahren Investitionen in Produkte, Technologie und Marke erfordern. Mit der nun gefundenen Lösung ist die Liquidität gesichert und devolo kann an den neuen Wachstumszielen mit voller Konzentration arbeiten.“ Mittel- bis langfristig rechne man mit positiven Wachstumsperspektiven. Heimvernetzung bleibe ein Wachstumsmarkt, so Harbers. „Denn wir alle führen Videotelefonate im Home-Office, wir streamen Serien in HD, spielen online. Highspeed-Internet in jedem Winkel des Hauses ist dafür unverzichtbar.“

Devolo hatte Anfang Februar ein Schutzschirmverfahren eingeleitet. Bei einem solchen Insolvenzverfahren kann sich ein Unternehmen unter gerichtlichem Schutz selbst sanieren, wobei es weiter von seinem Management geführt wird. Grund für den Schritt war die schwankende Nachfrage in der Coronakrise. Statt erwarteter positiver Absatzzahlen hätten Schließungen im Einzelhandel zu einem Rückgang der Nachfrage ab dem zweiten Quartal 2021 geführt.

„Dem gegenüber standen hohe Warenzuflüsse aus den Produktionsstätten in Fernost. Hier müssen aufgrund des weiter anhaltenden Mangels an Bauteilen frühzeitig Lieferverpflichtungen eingegangen werden, die Anfang 2022 zu einem sehr hohen Lagerbestand und damit zu einem Liquiditätsengpass führten“, heißt es vonseiten des Unternehmens. Hinzu sei gekommen, dass Devolo im vergangenen Jahr Umsätze mit Netzbetreibern im Ausland und im volumenstarken Projektgeschäft nicht realisieren konnte, weil spezifische Zulieferprodukte aufgrund des Chipmangels nicht verfügbar waren.

(akn)