Apache Software Foundation räumt beim großen Frühjahrsputz auf

Die ASF hat zahlreiche Projekte endgültig in den Ruhestand geschickt. Apache Falcon benötigte knapp zwei Jahre für den Weg auf den Dachboden.

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(Bild: nattaphol phromdecha/Shutterstock.com)

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  • Rainald Menge-Sonnentag

Die Apache Software Foundation (ASF) hat im Lauf der ersten Aprilwoche den Umzug einiger Projekte auf den virtuellen Dachboden bekannt gegeben. Im Apache Attic landen Projekte, die sich gewissermaßen im Ruhestand befinden und als "retired" gelten.

Die offizielle Bekanntmachung ist der letzte Schritt des Umzugs und wie im alljährlichen Frühjahrsputz daheim ziehen sich manche Aufgaben etwas länger. Ausgerechnet das Projekt mit dem schnittigen Namen Apache Falcon war besonders langsam beim Umzug. Der Falke zieht sich bereits seit Juni 2019 zurück.

Die Stiftung hatte Falcon 2013 unter ihre Fittiche genommen, und nach einer zweijährigen Inkubationsphase stieg die Datenverwaltungsplattform zum Top-Level-Projekt auf. Das Projekt fand seinerzeit in Big-Data-Projekten mit Hadoop große Verbreitung und kam unter anderem bei Hortonworks und Talend zum Einsatz.

Der Rückzug von Apache Falcon bedeutet, dass die ASF das Projekt nicht weiterentwickelt. Die ASF hat den virtuellen Dachboden 2008 gegründet. Dort finden sich alle Projekte, die offiziell ihr Lebensende erreicht haben. Den Prozess für den Rückzug beschreibt die Attic-Seite.

Der Zeitrahmen zwischen der Entscheidung, ein Projekt in den Ruhestand zu schicken und dem Abschluss aller Aufräumarbeiten variiert wohl stark. Der bei Apache für den Attic verantwortliche Hervé Boutemy beantwortete die Rückfrage von heise Developer, wie das auf der Seite angegebene Datum und die Ankündigung zusammenpassen: "Heute Morgen habe ich das Retirement abgeschlossen, das am längsten gedauert hat: Es war Apache Falcon. In den kommenden Tagen werden wir 19 weitere offiziell bekanntgeben."

Seitdem ist der Rückzugsprozess für die Apache-Projekte Apex, Aurora, Forrest, Hama, Stanbol und VXQuery offiziell abgeschlossen.

Projekte, die sich im Attic befinden, bleiben dort weiter verfügbar, auch kann die Projektseite wie bei Apache Falcon nach wie vor existieren. Die Foundation kümmert sich aber weder um die Weiterentwicklung noch um Bug-Fixes. Interessierte können die Projekte jederzeit forken, und die ASF listet die Forks.

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Gelegentlich erweist sich ein Projekt im Nachhinein doch als gefragter als beim Rückzug gedacht. In dem Fall holt die ASF es vom Dachboden herunter und stellt es wieder regulär auf. Im Sommer 2018 kramte die Stiftung beispielsweise XMLBeans nach vier Jahren wieder hervor.

(rme)