Dienstag: Blue Origin plant Raumstation, Google verzögert EU-Datenschutz

Blue Origin plant Business Park im Orbit + Googles Lobbying-Erfolg + Windows XP feiert 20er + Facebook unternimmt wenig gegen Hass

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Raumstation ISS, dazu Text: DIENSTAG Blue Origin plant Raumstation, Google verzögert EU-Datenschutz
Von
  • Andreas Knobloch

Das Raumfahrtunternehmen Blue Origin des Amazon-Gründers Jeff Bezos plant gemeinsam mit Boeing und anderen eine kommerzielle Raumstation namens Orbital Reef. Konzipiert ist das Ganze als Gewerbepark im All und Ausflugsziel für Weltraumtouristen. Gegen Ende dieses Jahrzehnts soll die Station in Betrieb gehen. Aber es gibt auch noch einige Unwägbarkeiten – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Jeff Bezos' Vision für sein Raumfahrtunternehmen Blue Origin ist, dass irgendwann "Millionen von Menschen im Weltraum leben und arbeiten, um der Erde zu nützen". Insbesondere umweltschädliche Produktion möchte Bezos außerhalb der Atmosphäre ansiedeln. Ein erster Schritt soll Blue Origins Business Park im Weltraum werden.

Seit Langem heftig umstritten ist die geplante europäische E-Privacy-Verordnung. Ziel der EU-Kommission war, den Datenschutz bei Anwendungen wie Messenger-Diensten und Sprachassistenten zu verbessern. Das EU-Parlament sprach sich 2017 eine Verschärfung aus. Beispielsweise wollte ein "Do not Track"-Standard festgeschrieben werden. Im Februar wurde jedoch eine Aufweichung vereinbart. US-Gerichtsdokumente erlauben nun Einblick in Googles EU- Lobbying: Demnach will Google die europäischen E-Privacy-Regeln erfolgreich verzögert haben.

2001 war die IT-Welt eine andere: Während in Unternehmen entweder Windows NT oder dessen Nachfolger Windows 2000 eingesetzt wurde, versahen bei Privatnutzern meist Windows 98 oder Windows ME mit ihren DOS-Unterbauten Dienst. Das zum Jahrtausendwechsel angekündigte "Jahr-2000-Problem" war ausgestanden, die IT-Welt nicht untergegangen. Höchste Zeit für einen Win-2000-Nachfolger, fand Microsoft, und schuf mit Windows XP ein Betriebssystem, das sich nach holprigem Start großer Beliebtheit erfreute. Auch 20 Jahre später ist Windows XP ein kaum totzukriegendes Betriebssystem.

Facebook steht nach Enthüllungen über den Umgang mit Hasskommentaren, Gewaltaufrufen und anderen Inhalten mit sozialem Sprengstoff erneut am Pranger. Diesmal geht es um Indien, den mit rund 340 Millionen Nutzern des sozialen Netzwerks sowie fast 400 Millionen Usern des Messaging-Dienstes WhatsApp größten Markt des US-Konzerns. Indische Facebook-Mitarbeiter sollen ab Dezember 2019 einen starken Anstieg von Gerüchten und Anstiftungen zu Gewalt festgestellt haben. Trotz interner Warnungen hat das Unternehmen laut Insidern aber nicht reagiert. Der Vorwurf: Facebook soll Hass in Indien unzureichend bekämpft haben.

Auch noch wichtig:

  • Bis Ende 2022 soll ein Fünftel der Flotte des dieses Jahr aus dem Bankrott wiederauferstandenen Autovermieters Hertz elektrisch fahren. Um das zu erreichen, bestellt Hertz 100.000 Teslas. Das hebt Teslas Aktienkurs auf erstmals mehr als eine Billion US-Dollar.
  • Österreich feiert am Dienstag Nationalfeiertag. Am 25. Oktober 1955 sind die letzten alliierten Truppen abgezogen, Tags darauf hat das Unterhaus des österreichischen Parlaments ein Bundesgesetz über die immerwährende Neutralität der Republik beschlossen. Seit 1956 ist der 26. Oktober ein Feiertag in Österreich.

(akn)