Dienstag: Chip-Mangel, Skoda-Hybrid, Tschernobyl-Test, Linux-Virus & 787-Problem

Chipwerken droht Überkapazität + Test: Octavia Combi 1.4 iV + Tschernobyl strahlt weiter + Linux-Malware in Windows + Dreamliner-Jubiläum: Pannenjet Boing 787

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Cebit 1990

Ein tragbares Kleinbüro wird auf der Cebit im Jahr 1990 vorgestellt. In dem handlichen Koffer sind ein Laptop, Drucker, Mobiltelefon und Modem untergebracht.

(Bild: dpa, Holger Hollemann)

Von
  • Frank Schräer

Marktforscher erwarten nächstes Jahr eine Normalisierung des Halbleitermarktes, obwohl Hersteller wie Intel und Daimler weiter erst 2023 von einer Überwindung des Chipmangels ausgehen. Gleichzeitig droht den Chipfertigern 2023 eine Überkapazität, wenn neue und ausgebaute Werke Ende 2022 in Betrieb gehen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Der Halbleitermarkt soll 2021 deutlich stärker wachsen als im Vorjahr und der Chipmangel dürfte im Laufe des kommenden Jahres überwunden werden, berichten Marktforscher. Die Automobilindustrie könnte den Chipmangel sogar bereits 2021 überwinden. Intel ist weniger optimistisch und geht davon aus, dass die Engpässe erst 2023 vorbei sein werden. Dann sollen auch Kapazitätserweiterungen nutzbar werden, sodass Fertigern 2023 Überkapazität droht, wenn der Chipmangel 2022 ausgeräumt ist.

Wie andere Autobauer ist auch Skoda vom Chipmangel betroffen, bringt aber weiterhin neue Modelle wie den Octavia Combi 1.4 iV auf den Markt. Der Plug-in-Hybrid mit 150 kW (204 PS) Systemleistung musste zeigen, ob der Stecker-Bi eine Antriebsalternative für Pragmatiker sein kann. Dieser PHEV-Combi liegt als vernünftige Dienstwagen-Wahl nahe. Aber ist der neue Octavia auch als PHEV tatsächlich preiswert und praktisch? Im Test erweist sich der Skoda Octavia Combi 1.4 iV als sparsamer Plug-in-Hybrid, der nur zäh lädt.

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Auch 35 Jahre nach der Reaktorkatastrophe im einst sowjetischen Atomkraftwerk von Tschernobyl gibt es noch immer radioaktiv strahlende Staubpartikel. Deutsche Fachleute sind deshalb in den Norden der Ukraine gereist, um dort mit Kollegen vor Ort eine neue Karte mit der Strahlenbelastung zu erstellen. Erste Ergebnisse deuten an, dass die Gefahr noch nicht verschwunden ist, denn Tschernobyl strahlt weiter: Deutsche Experten messen in Sperrzone.

Ein ganz anderes Risiko stellen Cyber-Angriffe dar. Sicherheitsforscher haben zum ersten Mal echte Malware entdeckt, die das Windows Subsystem für Linux (WSL) missbraucht, um Schadcode zu installieren. Bisher war die Verbreitung von Linux-Schadcode auf Windows per WSL reine Theorie. Nun haben Forscher Dateien entdeckt, die bei der Ausführung durch das WSL Schadcode herunterladen und diesen über Windows-API-Aufrufe in laufende Windows-Prozesse einschießen. Die erste Linux-Malware in Windows, die unter WSL läuft, scheint aber nur zu Testzwecken entwickelt worden sein.

Mit komplett anderen Problemen muss sich Boeing mit seinem ersten Langstreckenjet vom Typ 787 "Dreamliner" auseinandersetzen und das schon seit zehn Jahren, nachdem die erste 787 nach Anlaufschwierigkeiten und Verschiebungen im September 2011 erstmals ausgeliefert wurde. Aktuell bereitet das Modell dem Airbus-Rivalen aber wieder Sorgen: Wegen technischer Mängel können viele 787 seit Monaten nicht mehr an die Kundschaft gebracht werden. Im Juli musste Boeing sogar die Produktion drosseln. Zum Dreamliner-Jubiläum macht der Pannenjet 787 Boeing weiter Probleme.

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Bislang sieht sich Tesla noch nicht mit Problemen, sondern lediglich mit Kritik konfrontiert. Bevor Tesla sein Assistenzsystem "Full Self-Driving" in mehr Fahrzeugen verfügbar macht, müsse der Konzern "grundlegende Sicherheitsprobleme" angehen, erklärt die US-Verkehrsbehörde. Dass der Elektroautobauer das System überhaupt unter diesem Namen vermarktet, sei "irreführend und unverantwortlich". Es handelt es sich bei Teslas Technik weiterhin um ein Assistenzsystem, sodass die US-Unfallbehörde harsche Kritik an geplantem Upgrade für Teslas "Autopilot" äußert.

Auch noch wichtig:

  • Heute ist "Tag der IT-Profis" in den USA und überall auf der Welt, wo professionelle IT-Dienstleistungen genutzt und gebraucht werden. Ohne IT-Fachleute wären die meisten Unternehmen schließlich nicht funktionsfähig.

(fds)