Dienstag: Diebstahl aus der Ukraine, Indien beschlagnahmt Millionensumme

Digitale Landmaschinen gesperrt + Illegale Überweisungen + Sicheres Online-Banking + Patch-Albtraum + Apples Sicherheitslücke + Mehr Zeit für App-Entwickler

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Landmaschine, dazu Text: DIENSTAG Digitale Landmaschinen, Xiaomi, Online-Banking, Patch-Albtraum & Apple

(Bild: Anton_Medvedev / Shutterstock.com / heise online)

Von
  • Andreas Knobloch

Die russischen Invasoren hatten in der Ukraine Fahrzeuge im Wert von fünf Millionen US-Dollar mitgehen lassen. Doch die Freude währte dank digitaler Technik nicht lange. Die Landmaschinen wurden aus der Ferne gesperrt. Um noch größere Summen geht es in Indien. Die indische Tochter des chinesischen Smartphone-Herstellers Xiaomi soll jahrelang unter falschen Voraussetzungen Geld an den Mutterkonzern überwiesen haben. Nun haben die Behörden 700 Millionen Euro beschlagnahmt – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Nach einem groß angelegten Diebstahl von Landmaschinen in der Ukraine dürften die Täter wenig Freude an ihrem Diebesgut haben. Gerät im Wert von insgesamt fünf Millionen US-Dollar sei vom Gelände eines Landmaschinenhändlers in der von Russen besetzten Stadt Melitopol entwendet worden, heißt es. Die Maschinen des US-Herstellers John Deere, die mutmaßlich von russischen Truppen zum Teil nach Tschetschenien verschifft wurden, sind aus der Ferne gesperrt worden. Nach Diebstahl aus der Ukraine: Digitale Landmaschinen aus der Ferne gesperrt

Die indische Tochter des chinesischen Smartphone-Herstellers Xiaomi soll jahrelang unter falschen Voraussetzungen Geld an den Mutterkonzern überwiesen haben. Insgesamt seien rund 700 Millionen Euro an drei ausländische Unternehmen geflossen, angeblich als Gebühren für die Verwertung von geistigem Eigentum. Von denen seien aber keine Dienste in Anspruch genommen. Die Überweisungen seien auf Anweisung des chinesischen Mutterkonzerns erfolgt, dem das Geld letztlich zugutegekommen sei. Nun schritt Indiens Anti-Geldwäsche-Behörde ein. Illegale Überweisungen: Indien konfisziert 700 Millionen Euro von Xiaomi

Besser geschützt sollen Kunden des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes künftig ihre Bankgeschäfte erledigen können. Um das Vertrauen in Online-Banking zu stärken, setzt der Verband auf das Angebot des gehärteten Webbrowsers S-Protect, einer angepassten Version des Protect-Browsers der Firma Coronic. Online-Banking-Nutzer sollen den Browser gezielt für ihre Bankgeschäfte nutzen und so verhindern, insbesondere Opfer von Phishing zu werden. Sichereres Online-Banking mit gehärtetem Browser der Sparkassen

Das Einspielen von Sicherheits-Updates ist ein zentraler Baustein der IT-Sicherheit. Soft- und Hardware haben Sicherheitslücken, die irgendwann bekannt werden. Dann muss man die möglichst flott schließen und die hoffentlich vom Hersteller bereitgestellten Patches einspielen, bevor die Lücke ausgenutzt wird. Doch manchmal ist sofort patchen immer noch nicht schnell genug. Der Patch-Alptraum: Wenn schnell nicht schnell genug ist

Patchen oder nicht? Diese Frage stellt sich auch Apple. Ein Forscherteam aus den USA und Israel hat eine offenbare Hardware-Sicherheitslücke in Apples aktuellem Mac-Prozessor M1 entdeckt. Diese soll bereits im für iPhone und iPad gedachten Vorgänger A14 zu finden sein und möglicherweise auch in älteren Apple-Silicon-Chips stecken. Die neue Angriffsform namens Augury könnte sensible Daten abgreifen. Noch handelt es sich aber um ein theoretisches Problem. Apple M1: Forscher entdecken mögliche Prozessorsicherheitslücke

Ärger hat Apple auch an anderer Front. In einem kürzlichen Schreiben des Konzerns an App-Entwickler wurden lediglich 30 Tage eingeräumt, um ein Update nachzureichen – sonst wurde die App aus dem Store genommen. Das sorgte besonders bei unabhängigen Spieleentwicklern für Unmut, die ihr Spiel als ein abgeschlossenes Werk betrachteten, das nicht dauernd aktualisiert werden muss. Nach Kritik von Entwicklern hat Apple nun die Kriterien für den Rauswurf "veralteter" Apps geändert. Rauswurf "veralteter" iPhone-Apps: Entwickler sollen mehr Zeit bekommen

Auch noch wichtig:

  • Apple soll für die aktuelle Generation seiner Watch eigentlich einen Körpertemperatursensor geplant haben, strich diesen aber aufgrund von Softwareschwierigkeiten kurzfristig wieder. Der gut informierte Analyst Ming-Chi Kuo glaubt, dass eine Fiebermessfunktion in der "Series 8" nachgeliefert werden könnte. Temperatursensor in Apple Watch wegen "Algorithmusproblem" gescheitert

(akn)